8. TAG – von der Martin-Busch-Hütte nach Unser Frau

Da wir ja nur zu zweit im Zimmer waren, war die Nacht auch recht ruhig.
Irgenwann am frühen Morgen musste ich sogar noch zur Decke greifen, da es recht frisch im Zimmer wurde. Ok wir hatten auch das Fenster auf.
Wir waren zwar nur auf 2500m doch es kann schon mal schattig werden.

Gegen 6:30Uhr war Aufstehen angesagt.
Zum Frühstück gab es ein kleines Buffet mit Käse, Salami, Marmeladen und Müsli.
Dazu Kaffee, welcher wie so oft recht dünn war – aber Hauptsachte Koffein…

Um kurz nach 7:00Uhr war ich bereits vor der Tür und begab mich Richtung Ötzi-Fundstelle.
Es ging in leichtem Bergauf Richtung Similaunhütte.
So früh am Morgen, gut Gefrühstückt und auch recht gut Ausgeschlafen ging es recht gut voran.
Vor mir lief eine Gruppe aus 7 Leuten mit Helmen, Pickeln und Seilen – Hach so ne Gletscherbegehung (oder was auch immer die vor hatten) wäre auch mal was. Ok jetzt nichts total waghalsiges – aber über nen Gletscher zum Gipel hat schon was…

Ich jedoch bog nach einer knappen Stunde nacht rechts ab – schließlich musste ich ja irgendwie auf eine Höhe von 3200metern kommen.
Der Weg der Gruppe lief recht eben weiter.
Eine starke Stunde später war ich bereits am Abzweig Richtung Ötzi-Fundstelle.
Es ging nun etwas steiler rauf, über die ersten kleineren Schneefelder und Blockwerk, bis ich nach einer weiteren Stunde bei Ötzi war.
Genauer gesagt bei der Fundstelle, wo er m 19.09.1991 von einem Ehepaar gefunden wurde.
Bis zu diesem Zeitpunkt hat er wohl 5300 Jahre seine Ruhe gehabt.
Mitten in kleineren Schneefeldern steht hier eine 4 Meter hohe Steinpyramide die den Fundort Ötzis markiert.
Nach ein paar Fotos und einem erfolgreich gefudenen Geoacache (unserem höchsten Fund bis jetzt) machte ich mich wieder auf den Weg – Richtung Similaunhütte.

Es ging zuerst bergauf bis ich plötzlich auf Josef traf (mein Zimmernachbar von gestern). Er war zuerst zur Similaunhütte gelaufen um sich einen Schlafplatz für heute zu sichern.
Leider war die Hütte total überbelegt, so das er heute nochmal in der Martin-Busch-Hütte Übernachten musste.
Neben der Ötzi-Fundstelle wollte er außerdem auf die Fineilspitze (3516m).
Diese Besteigung hatte ich mir mindestens 10mal überlegt – da ich aber einen recht langen Abstieg von rund 1300hm vor mir hatte und morgen eine Doppeletappe laufen wollte – entschied ich mich dagegen und verzichtete auf diese Höhe welche meine Höchste bisher gewesen wäre.
Mit meinen 3200hm von eben war ich aber auch schon zufrieden.

Wir verabschiedeten uns und mein Weg führte weiter zur Similaunhütte.
Der Weg wurde etwas schwieriger, zum Teil war er recht schlecht markiert und so musste ein paarmal wieder zurück auf den richtigen Weg.
Es kam noch eine kleine Kletterpartie – mit Seilen versichert – bis auch auf einem sehr netten Grat landete.
Ab da ging es dann direkt runter zur Similaunhütte.
Die ersten „Ötzi-Tagestouristen“ kamen mir bereits entgegen.

An der Similaunhütte angekommen musste erstmal eine Apfelschorle dran glauben und 2 Stempel, die in meinem Wanderfürer landeten.
Bei Ötzi gab es zwar auch nen Stempel – doch die Stempelplatte war nicht mehr da.
Schade!

Nach der kurzen Erfrischunng ging es bergab – und das im wahrsten Sinne.
Zuerst recht felsig wurde es nach einer starken halben Stunde etwas grüner und 15 Minuten später warteten saftige Wiesen auf mich.
Da keine Kühe unterwegs waren, hatte ich die Wiesen für mich.

Der Abstieg dauerte knapp 2,5 Stunden, bis ich in Vernagt ankam.
Ein nettes kleines Ort – leider ohne Supermarkt (auf den ersten Blick).
Es gab ne Bushaltestelle, die wohl die meisten Alpenüberquerer nutzen um endgültig in Meran anzukommen.
Ich nicht! Über eine nette Staumauer erreichte ich ein Waldstück und eine halbe Stunde später war ich in „Unser Frau“.
Lustiger Name – heißt wirklich so.

Und hier gab es einen Supermarkt. Und den sogar noch zu normalen Preisen.
Eine Cola und ein Monsterdrink waren mein!
Nach dem Shoppen hieß es Hotel suchen.
Die ungefähren Koordinaten hatte ich aufm Navi und fand das Hotel auch – welches aus 2 Gebäuden bestand.
Nachdem ich selbstverständlich zuerst in das Falsche gelaufen bin, landete ich schließlich im Richtigen.
Mich erwartete ein recht großes Zimmer und Halbpension.

Nach Salat, Suppe, Käseknödeln, Schnitzel mit Pommes und Fruchtjoghurt war mir fast schlecht.
Die haben die Halbpension echt wörtlich genommen – kein Vergleich zu den Hütten. Was aber normal ist – dass es auf den Hütten etwas karger ausfällt.

Vollgestopft holte ich meinen Personalausweis an der Rezepition wieder ab und sprach mit dem Rezeptionisten über meine morgige Tour.
Dabei erfuhr ist, dass mich der Weg von Unser Frau nach Giggelberg (welcher im Wanderführer nicht so wirklich beschrieben wird) gut 3 Stunden kosten wird.
Der Weg sollte außerdem nicht gerade sooo toll sein und zu Fuß ein recht großer Umweg sein.
Eine Alternative wäre der Bus, welcher mich in 20 Minuten nach Giggelberg bringt.Ich bedanke mich für den Tipp und machte noch einen kleinen Spaziergang ums Haus und zur Bushaltestelle die Abfahrtszeiten checken.

Danach ab ins Zimmer, nach hause telefoneren und ein bißchen The Big bang Theory schauen.
Dieses Fernsehen ist immer eine nette Abwechslung…