7. Tag – von der Braunschweiger Hütte zur Martin-Busch-Hütte

Die Nacht war recht ruhig – auch bei mir im Zimmer.

Gegen 6:30 Uhr kamen so langsam alle in die Gänge.

Es wartete eine knapp 8 Stunden Tour zur Martin-Busch-Hütte. Meiner letzten Hütte auf der Tour. Danach kamen nur noch Pensionen, Hotels…

Zum Frühstück gab’s das Übliche. Brot, Wurst, Käse, Marmelade und Müsli.

Nachdem ich mir den Bauch vollgeschlagen hatte, machte ich mich rasch auf – bevor die Horden kamen.

Noch ne kurze Info über meine heutige Strecke beim Hüttenwirt geholt – alles im grünen Bereich.

Draußen hatte es recht viel Raureif. Es sah fast schon nach einer dünnen Schneeschicht aus.

Hinzu kam, dass mich mein Weg erstmal bergauf über Blockwerk zum Pitztaler Jöchel führte.

Von 2758hm auf 2996hm. Da war sie wieder die 3.000er Grenze.

Der Weg war zum Teil leicht rutschig – ging aber. Ich machte eben langsam – die Horden waren weder zu sehen noch zu hören.

In einer knappen Stunde war ich oben. Die letzten Meter waren zusätzlich mit Stahlseilen versichert – meine Stöcke packte ich erstmal ein da sie etwas hinderlich waren.

Oben angekommen konnte ich sie Aussicht leider nicht genießen, da mich die ganze Zeit eine Nebelbank begleitete. Eine Stunde später wäre es bestimmt schöner – aber auch viel voller gewesen.

Kurz nach mir kam auch die erste Gruppe an. „Gemeinsam schaffen wir es – Oberstdorf – Meran“ eine Truppe zwischen geschätzt 16 und 30 Jahren. Sah ein bißchen nach „Die strengsten Eltern der Welt“ aus. Also nix wie weiter.

Der Abstieg vom Pitztaler Joch ging zuerst über ein größeres Schneefeld – immer ein Blick nach rechts unten. Ein falscher Schritt und es gibt ne Rodelpartie…

Der Pfad war aber schon gut vorgestapft. Die Truppe im Nacken beeilte ich mich, da ich schließlich nicht aus der Bahn gekegelt werden wollte.

Eine dreiviertel Stunde später erreichte ich den Rettenbachferner, wo jedes Jahr der Ski-Weltcup stattfindet. Die Tribüne ist direkt am Parkplatz.

Hier musste ich auf einen Bus zugreifen, welcher mich durch den Rosi-Mittermeier-Tunnel (Europas höchstgelegener Autotunnel) bringt.

Ich schaute noch gerade hilfesuchend um, als mich ein anderer Wanderer ansprach, ob ich allein bin und auch durch den Tunnel wollte. Meinem Ja folgte ein ok wir sind komplett und ein Trupp von sechs Leuten plus Kleinbusfahrer kam um die Ecke.

Nach 10 Minuten Fahrt war ich durch den Tunnel und 3 Euro leichter – das ganze Kleingeld ist aber auch immer so schwer.

Ist auch ein Job – auf 2684 Metern den ganzen Tag Wanderer durch den Tunnel zu Fahren.

Nach der Busfahrt und der Info, dass ab morgen eine Hitzewelle kommen soll, ging es an einem Speichersee vorbei Richtung Vent.

Es ging stets bergab über Wiesen und schmale Pfade, vorbei an Ziegen, Schafen und Kühen, bis ich nach 3,5 Stunden 1000 Meter tiefer in Vent ankam.

Ein nettes kleines Städtchen mit einigen Hotels und einen Sport-Souvenier-Lebensmittel-Laden.

Hier deckte ich mich erstmal mit was kaltem zu Trinken ein. Red Bull mit Blaubeere – Sachen gibt’s. Und die war auch recht schnell die Kehle einer – scheint kaputt gewesen zu sein…

Nach meiner kleinen Pause und nem Anruf zu Hause gings weiter. Die letzten 2 Stunden warteten auf mich.

Dazu kam noch viel Spannung, da es vor ein paar Wochen einen Steinschlag auf der vor mir liegenden Strecke gegeben hatte. Der DAV Berlin – zu welchem die Martin-Busch-Hütte gehört, schrieb zuerst dass die Hütte auf diesem Weg nicht erreichbar wäre. Es sollten Hilfsbrücken gebaut werden. Ein paar Tage vor meinem Touren-Start kam die Entwarnung.

Zur Sicherheit hatte ich im Vorfeld allerdings eine Ausweichroute geplant, mit Ersatzhütte.

Nach einer dreiviertel Stunde kam ich auch schon an einem verschlossenen Gatter an, welches auch die Umleitung aufmerksam machte. Es ging den Hang runter und über eine wirklich schicke Stahlbrücke, welche nicht gerade nach „vorübergehend“ aussah.

Auf der anderen Flussseite ging es gut 10 Minuten weiter, bis ich an eine Holzbrücke kam. Ich wollte gerade rüber, als ich einen recht großen Felsbrocken sah, der mitten in der Brücke eingeschlagen war.

Irgendwie hielt beides zusammen. Das war also ein Teil des Felssturzes. Wahnsinn!

Knapp 5 Minuten weiter kam die zweite Holzbrücke – von der selben Art wie die Erste. Somit war ich wieder auf den normalen Weg angekommen.

Weitere 15 Minuten später kam ich zu einer Schäferhütte um welche sich Murmeltier tummelten.

Da ich noch gut in der Zeit war, beschloß ich ein kleines Fotoshooting mit den pelzigen Freunden zu Veranstalten. Ich pirschte noch an und saß gut 20 Minuten vor einem Bau und konnte einige nette Bilder Schießen.

Der Weg war nun noch eine Stunde bis zur Hütte.

An dieser angekommen bekam ich einen Platz im Zimmer.

Mit mir war nur noch Josef (69) im Zimmer. Er macht öfters kleine Touren und kam aus Salzburg. Seine Frau wäre auch gerne mit – kam jedoch Übernachtungen in Hütten nicht leiden.

Sie hätten es wie die beiden Niederländer (Vater und Sohn) machen sollen – mit welchen wir zu Abend aßen – die ließen die Frauen (Mutter und Tochter) in einem 4 Sterne Hotel in Vent und machten eine 3-Tägige Hüttentour.

Zu Essen gab es Suppe, Spaghetti (Schweinebraten war mir irgendwie zu viel) und Joghurt zum Nachtisch.

Nach dem Essen versuchte ich einen dritten Anlauf die freie Dusche zu Erwischen – und es klappte. Es war auch wieder recht viel los auf der Hütte. Dieses mal waren allerdings mindestens die Hälfte der Leute aufs Bergsteigen aus und nutzten die Hütte als Basislager.

Frisch geduscht gings ab in die Heia – morgen wartet die Tour an Ötzi auf 3200hm vorbei nach Vernagt.