3. Tag – von der Memminger Hütte nach Piller 

​Trotz des anstrengenden Tages gestern hatte ich das Gefühl kein Auge zugemacht zu haben. 

Jedenfalls konnte ich genau sagen wer, wann nachts raus musste… 

Ok es gab noch Diskussionen wer alles geschnarcht hatte – ich wohl auch. 

Hmmm konnte mich nicht dran erinnern… 

Ok es war also 5:30 Uhr und außer mir war keiner im Bad. 

So konnte ich mich in Ruhe fertig machen und die Trinkflaschen füllen. 

Im 6:00 Uhr stiefelten wir gemeinsam zum Frühstück und waren auch fast für uns.

Der frühe Vogel eben… 

Es gab – wie auch in Vergangenheit für jeden einen Teller mit 2 Broten.

Jedoch konnte man sich bei Wurst,  Käse, Marmelade und sogar Nutella sonst bedienen. 

Müsli wahlweise mit Joghurt oder Milch gab’s auch noch. 

Zudem Kaffee.

Was will man mehr. 

Frisch gestärkt ging es los. 

Da die Zimmertruppe so nett war, bin ich mit ihnen mit. 

Der Weg führte uns von 2242 Metern auf 2599 Meter zur Seescharte. 

Kaum losgelaufen kreiste auch schon die Begrettung über uns. 

Spannend aber nicht schon dachte ich noch. 

Jedoch konnte ich nicht erkennen ob die jemanden an Bord nahmen.

Gelandet ist der Heli jedenfalls nicht. 

Wir liefen weiter und kamen zum Ort des Geschehens. 

Kein Unfall sondern nur Reparaturarbeiten am Steig. 

Der Heli brachte dicke Bretter, welche zu einer Art Treppe verbaut wurden. 

Eine Stunde später und wir hätten Treppe laufen können.

Egal weiter gings – jetzt steiler umd gerölliger. 

Nach insgesamt einer starken Stunde standen wir oben an der Scharte – und es war wirklich eine Scharte. 

Ca 1 Meter breit und 2 Meter hoch. 

Dahinter ein paar Plätzchen zum Pausieren. 

Hier hab es sogar Netz – also schnell ne WhatsApp nach Hause geschickt. 

Nach einer kurzen Pause und einigen Telefonaten, SMS etc ging es dann quasi abwärts. 

1840 Meter im genau zu sein.

Oh die armen Knie!

Es ging recht flott. Die Truppe machte nach einigen hundert Metern noch ne Pause – ich lief jedoch langsam weiter und kam nach 1,5 Stunden zur Oberlochalm mit neugierigen Kühen. 

Einige Wanderer genehmigten sich hier eine Pause, da ein Schild mit „letzte Einkehr vor Zams“ angebracht war.

Mir war zuviel los und so bin ich weiter. 

Von meiner Truppe sah ich leider nichts mehr. 

Jedoch musste ich mich auch etwas Sputen da ich heute 1,5 Etappen schaffen musste. 

Eine weitere Stunde später stand ich an der Unterlochalm.

„Letzte Einkehr vor Zams“ AHA! So läuft das hier…

Mal schauen wieviele letzte Einkehren noch so kommen – Hütten standen jedoch nicht mehr auf der Karte.

Der Lochbach floss hier vorbei und ich musste ihn überqueren.

Die Wirte hatten sogar eine schöne Holzbrücke gebaut.

Jedoch war der TÜV wohl noch nicht da. 

Ich jedenfalls freute mich über dieses Hilfsmittel und mit meinem 2. Schritt saß ich in der Brücke. 

Eine Bodendiele war nicht richtig befestigt und durch das feuchte Wetter rutschte sie unter mir einfach weg. 

Links Knie leicht am Bluten und rechtes Schienbein blau!

Der Indianer kennt keinen Schmerz –  weiter gings. In 87 Metern wartete schließlich wider mal ein Geocache auf mich. 

Zielstrebig bin ich auf mein Ziel zu. 

Nix!

Ein paar Meter weiter noch ein Baumstumpf. 

Nix! 

Grrrr!

Auf zum nächsten Baumstumpf – hier gab’s nur Baumstümpfe und Weise. 

Nix! 

WTF?

Von etwas weiter erklang Gelächter.

Ein paar Kollegen pausierten im der Nähe. 

„Geocache?“ rief eine. 

„Ja“ erwiderte ich. 

„3 Baumstämme weiter“ 

Ne schon klar – meine GPS-Abweichung lag bei 3 Metern und die Dose war etwas über 30 Meter im off.

Isch kann so net Abbeide! 

Artig bedankte ich mich und lief weiter. 

Nochmal 2 Stunden später stand ich in Zams. 

Die Zivilisation hatte mich wieder. 

Und das Österreichische Handynetz auch. 

Also gleich mal wieder zu Hause angerufen und den aktuellen Status durchgegeben.

Dann durchs halbe Dorf gelatscht und noch nen Spar-Markt Überfallen. 

1,5l Wasser, 2 Bananen, 2 Äpfel und 1 Monster-Drink (Har Har Har).

Banane und Monster – Mittagessen der Champions… 

Nachdem was Wasser in der Trinkblase gelandet war, machte ich mich auf zur Venet-Bergbahn.

Diese katapultierte mich von 775m auf 2208m.

Auch mal schön. 

Oben ging es dann gleich weiter auf den Venetberg mit seinen 2512 Metern. 

Ein kurzes Fotoshooting – auch von ein paar Mitwanderern und weiter gings übers Wannejöchel (2497m), Kreuzjoch (2464m) und schließlich wieder abwärts nach Piller meiner heutigen Unterkunft. 

Der Weg wurde zur Wiese, diese zur Kuhweide und schließlich zur Schlammschlacht. 

Ich kam mir vor als würde ich durch Moor laufen. 

Die Wegmarkierungen waren trotzdem noch vorhanden – ich war also richtig. 

Mitten im Kampf mit dem glitschigen Boden legte es mich wieder mal hin. 

Mit der Landung klingelte plötzlich mein Handy. 

Ich dachte ich muss Ausflippen.

Telefonieren? Ich war mit Aufstehen beschäftigt! 

Wer ruft den jetzt an? 

Österreichische Nummer!

Es war der Wirt meiner heutigen Unterkunft der fragen wollte ob ich heute komme. 

Hallo? Es war gerade mal 16:00 Uhr und laut Plan wäre ich gegen 18:00 Uhr bei ihm. 

Ich sagte ihm so ich stecke und er meinte in 1,5 Stunden sollte ich dann da sein. 

Es hätten ihm wohl heute schon viele abgesagt. 

An der Galflun-Alm angekommen dachte ich schon ich hätte jetzt nen Höhenkoller. 

Stand da plötzlich ein Lama vor mir und grinste mich an. 

Verwirrt wie ich war, bin ich erst mal in die falsche Richtung weiter gelaufen. 

Das Lama hinter mir her.

Ne wir haben uns nett unterhalten, das Lama bedankte sich für die Begleitung und bog auf eine Wiese ab zum Grasen. 

Ich drehte um und suchte nach dem richtigen Weg und fand ihn nicht. 

Zum Glück war der Alm-Wirt nicht weit. 

Ich musste wieder durch eine Weide – ähnlich matschig wie zuvor. 

Zu allem Überfluss fing es auch noch zu Regnen an.

Und da es nach was größerem aussah beschloß ich die Regenjacke auspacken. 

Fertig angezogen wollte ich gerade los, rutschte auf einem mittlerweile sehr rutschigen Stein aus, knallte hin – konnte mich aber noch mit meinen Wanderstöcken Abfangen.

Wie in Zeitlupe sah ich, wie sich mein rechter Stock langsam verbog, bis es knack machte. 

Sch*** und das noch bei dem Regen und dem tollen Untergrund… 

Naja was kann man schon tun. 

Der defekte Wanderstock blieb als Mahnmal zurück und ich torkelte einseitig weiter. 

Irgendwann hatte der Untergrund dann ein Einsehen und schenke mir einen Fahrweg.

Mein GPS zeigte zwar Abkürzung über ne weitere Wiese aber nix da. 

Nach 2 Stunden war ich endlich (ohne weiteren Sturz) an der Pension angenommen. 

Ich bekam mein Zimmer gezeigt, sollte mich in Ruhe frisch machen aber bedenken dass die Küche im 30 Minuten schließt. 

Ja sehr witzig!

Katzenwäsche und ab nach unten. 

Eine Horde lustiger (lauter) Biker, die Jungs vom Fotoshooting aufm Venetberg, eine weitere 3er Wandergruppe und ein französisches Paar waren im der Gaststube.

Es gab eine Flädlesuppe, Schnitzel mit Pommes und Beilagensalat, zum Nachtisch ein Eis.

Zum Abschluss noch ein Espresso.

Es war ein typisches Wirtshausessen – der Hunger trieb es rein. 

Da mein Domizil weder TV noch Radio hatte, bin ich recht früh ins Bett.

Der Wirt erlaubte mir gegen 6:00 Uhr das Frühstück einzunehmen, da ich ja eine recht lange und anstrengende Tour vor mir hatte.

Er selbst wollte erst gegen 7:00 Uhr da sein. 

Also Duschen, Rasieren und an ins Bett.