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Hier auf die Schnelle ein Link zum Ersten Tag des München-Venedig Tagebuches

  1. Tag

Jeweils am Ende der Seite könnt Ihr Euch weiter zur Nächsten oder zurück zur vorherigen Seite Klicken.

Bilder kommen auch noch…

…da es aber etwas über 3000 Stück sind – und viele nur der Erinnerung dienen – muss ich noch stark aussortieren.

Nicht dass noch jemand beim Anschauen einschläft und mit dem Kopf auf die Tastatur knallt

Bilder über Bilder...

24. Tag – Final Countdown Venezia

Letzter Wandertag.
Geschlafen habe ich super und kurz vor 7:00 Uhr stand ich munter und frisch in der Lobby.
Ich war der Erste – und die Hotelangestellten rannen um mich rum und bereiteten das Frühstück vor.
Vorm Haus wurden die Pflanzen noch gewässert.
Meine Beine waren frisch wie am ersten Tag.
Von den gestrigen Anstrengungen keine Spur.
Immer wieder erstaunlich wie schnell man so regeneriert.
Gemeinsam mit Gabi und Wolfgang gings dann zum Frühstück.
Es war der helle Wahnsinn, was da alles aufgefahren wurde.
Ok eigentlich ein „normales“ Halbpensionsfrühstück.
Da ich bzw. wir die letzten 3 Wochen was anderes gewohnt waren (z.B. Karwendelhaus 4 Scheiben trockenes Brot für 7€uro) fühle ich mich wie im Schlaraffenland.
Müsli, Rührei, Speck, diese lätschigen Englischen Würstchen mit passenden Bohnen, verschiedene Croissants, Brötchen, Brot…
Wir ließen es uns schmecken und quatschten nochmal über den gestrigen Tag.
Den Beiden ging es gestern zum Glück (oder leider) wie mir.
Ich hatte ja schon am mir gezweifelt.
Gabi hatte sich ein paar ordentliche Blasen gelaufen.
Davon wurde ich die ganze Zeit komplett verschont.
Ok der Bluterguss, den ich mir 2 Wochen vor der Abreise an der linken Ferse zugezogen hatte, löste sich vor ner Woche in Wohlgefallen auf und da es etwas unangenehm war, klebte ich mal ein Blasenpflaster drauf.
Dieses klebte aber Abends in der Socke.
Damit war das Thema dann erledigt.
Heute hatten wir noch knapp 20 Kilometer vor uns.
Wie schrieb mein Schwager gestern so nett „Kinderfasching“ im Vergleich zu den 42 Kilometern vom Vortag.
Zuerst sind wir mal an den Strand noch ein paar Fotos schießen.
Es war ein lustiges Bild.
Wir mit dicken Rucksäcken und Wanderschuhen am Strand.
Um uns rum die ersten Badegäste, die sich die besten Plätze sicherten.
Vom Hotel hatten wir gestern sogar ne Nummer für eine zugewiesene Liege bekommen.
Wir machten uns auf immer die Strandpromenade entlang.
Mit Sack und Pack durch die Halbnackten.
Beide Gruppen – die und wir – schauten sich immer mal wieder ungläubig an.
Am Ende des Strandes bei Ponte Cavallino konnten wir noch den Leuchtturm bestaunen (von Gipfelkreuzen zum Leuchtturm wirklich ein komisches Gefühl) und sind dann wieder eine Straße entlang über den Sile, der hier zumindest zum Teil ins Meer fließt.
Laut Wanderführer hätten wir nach zwei weiteren Kilometern einen Abstecher zum Adriastrand machen können.
Da wir dies aber heute Morgen schon erledigt hatten gings munter weiter.
Immer die Hauptstraße lang.
Dass wir mitten im Tourigebiet waren konnte man an den Bürgersteigen erkennen.
Diese waren vollständig vorhanden.
Links und rechts des Weges unzählige Campingplätze.
Hunderte von Autos bei der An- und Abreise.
Bei Ca di Valle stärkten wir uns bei ner Apfelschorle und nahmen dann die restlichen 10 Kilometer in Angriff.
Es ging immer gerade aus.
Die Entfernungsangabe aufm GPS (Luftlinienmodus) stimmte Haargenau.
Nach insgesamt 4,5 Stunden standen wir plötzlich in Punta Sabbioni.
Tja Schluss mit Laufen.
Jetzt war Schwimmen angesagt.
Wir entschieden uns dann aber doch für die Fähre.
Die letzten Kilometer bis Punta Sabbioni schaute ich immer mal wieder, ob nicht doch was von Venedig zu sehen war.
Doch bis kurz vor der Hafenkante hielt es sich versteckt.
Um so beeindruckender der dortige Blick.
Vor drei Wochen und zwei Tagen bin ich in München gestartet und sehe nun Venedig mit seinen ganzen Inseln wie z.B dem schnuckeligen Murano wo das berühmte Glas und seine Glasbläserkunst herkommt.
Die Fähre war recht flott da und wir enterten sie.
Ich sicherte mir gleich mal ein Plätzchen an der Reling und konnte so das Näherkommen unseres Ziels genau beobachten.
Gemischte Gefühle – glücklich es geschafft zu haben aber auch eine gewisse Leere, dass es morgen kein Ezappenziel mehr gibt.
Das Glücksgefühl jedoch überwiegte.
Ich glaube ich hab die ganze Zeit gegrinst.
Zum Glück hatten die anderen Gäste auf dem Schiff was anderes zu tun als mich zu Beobachten.
Nach ner halben Stunde waren wir wieder an Land – nee eigentlich auf der Insel – oder auf den Millionen von Holzpfeilern, welche Venedig tragen.
Ortskundig, wie ich nunmal bin – es ist immerhin mein fünfter Besuch der Lagunenstadt – führte ich meine beiden Begleiter auf den Markusplatz.
Durch Menschenmassen. So voll hatte ich Venedig definitiv nicht in Erinnerung.
Ok als wir um kurz vor 14:00 Uhr da waren, war vermutlich gerade High Noon.
Ich überlegte schon einen der Wanderstöcke in die Höhe zu Halten – die ganzen Asiaten folgten ja brav Schirmen.
Viele hatten auch eigene Regenschirme zu Sonnenschirmen umfunktioniert.
Sah lustig aus.
Es war aber auch brutal heiß.
Laut Handy 34 Grad – vom Asphalt etc. wurde die Hitze jedoch nochmal zusätzlich reflektiert.
Am Marktplatz angekommen, mussten wir erst mal ein Zielfoto schießen.
Ein Touri beobachtete uns und bat von ihm und seiner Liebsten auch eins zu Schießen.
Zum Dank schoß er wiederum eins von uns Dreien zusammen.
Tja das war nun das Ende der Reise.
Wolfgang und ich tauschten noch unsere Handynummern aus und verabschiedeten uns.
Recht schnell wurden die Beiden von den Massen verschlungen.
Ich blieb noch etwas stehen und genoss den Blick auf den Markusplatz, den „Salon Europas“ mit der Markuskirche und seinem Campanile (dem Turm).

23. Tag – Meer in Sicht…

…Doch der Schlaf ging nicht lange.
Die Fiesta vorm Hotel war dem Lärm zu Folge ein voller Erfolg.
Gegen 23:00 Uhr gingen die Ersten ins Bett und sie schienen alle Holzclogs anzuhaben.
Der Rest folgte bis ca. 1:00 Uhr.
Trotzdem stand ich pünktlich um 7:00 Uhr – als Einziger – im Frühstücksraum.
Alles war bereits gedeckt.
Auf jedem Platz standen Croissants und Brötchen.
Ich wusste überhaupt nicht welchen Platz ich nehmen sollte.
Da kam der Hotelmanager um die Ecke und meinte ich wäre falsch.
Der Raum war für eine der Gruppen reserviert.
Tja schade.
Er begleitete mich in einen anderen Raum, in welchem genau so aufgetischt war.
Ich wollte schon los, als er mir einen Teller an einen 2er Tisch stellte.
Der Rest war dann auch für ne Gruppe gedacht.
Somit folgerte ich, dass ich wohl der einzige Gast außerhalb der Gruppen war.
Trotz allem ließ ich es mir Schmecken.
Brötchen, Croissant und Müsli.
Dazu Kaffee – genießbar.
Danach rasch ausgecheckt und ab auf die Piste.
Laut Hotelmanager sollten es heute 34 Grad werden.
Und der frühe Vogel holt evtl. noch seine beiden Kollegen ein.
Es ging durchs Dorf – auf der Straße.
Nach etwas mehr als 2 Kilometern kam ich dann auf eine stark befahrene Straße, welcher ich etwas über nen Kilometer folgte.
Fies waren die Lkw, welche kaum Anstalten machten mir Auszuweichen.
Schließlich erreichte ich (ohne Angefahren worden zu sein) Bocca Callalta.
Durchs halbe Dorf erreichte ich einen Hochwasserdamm, welchem ich für die nächsten 4 Stunden folgte.
Unterwegs durfte ich noch über die Autobahn (eine Angst es gab ne Brücke) und schließlich über eine Bahnlinie (hier gings kurzerhand über die Gleise).
In einem der kleinen Orte überfiel ich noch nen Supermarkt und hatte ne kleine Mittagspause.
Als ich schließlich Musile di Piave erreichte, war ich schon recht fertig.
Die Hitze war fast unerträglich.
Kaum Wind, kein Schatten.
Einfach nur drückend.
Ich dachte mir, den Rest des Weges nimmste den Bus.
Viele München – Venediger sagten auf den Hütten bereits, dass sie die letzten 2-3 Etappen mitm Bus fahren wollten.
Mein Weg führte an ner Haltestelle vorbei und keine 3 Minuten später war auch schon einer da.
Das Problem war nun, dass man die Fahrkarten nicht im Bus sondern an Kiosken kaufen musste.
Tja kein Kiosk, keine Fahrkarte, kein Bus.
Der nächste Bus kam eine Stunde später – so lief ich eben weiter…
…auf einer stark befahrenen Straße.
Naja musste ich die Musik in den Ohren eben etwas lauter machen.
Einer in nem SUV fuhr so knapp an mir vorbei, dass ich mich umdrehen musste und ihn „freundlich grüßte“.
Leute gibt’s…
Und dabei war die Straße so lang, dass man aus einem Kilometer Entfernung schon sah, dass da einer läuft.
Es kam ein Kreisverkehr und schließlich bin ich an einer Schiffsbrücke angekommen.
Eigentlich waren es sogar zwei.
An der Einen (die ich überquerten musste) wollte gerade ein Boot durch.
Der Brückenwärter wollte die Brücke wohl nicht komplett hoch fahren und so ist die Bootsbesatzung mit einbezogenen Köpfen unten durch.
Sah lustig aus.
Nachdem die Brücke wieder komplett runter geklappt war, konnte der Verkehr bzw. der Wanderer wieder Rollen.
Das überqueren der Brücke kostete doch glatt einen Euro (Wegelagerei?) – jedoch nur für die Autofahrer.
Es folgte eine 10km Schlussetappe bis Jesolo.
Immer am Sile entlang sagte der Wanderführer – was mir aber ehrlich gesagt recht egal war.
Die Hitze machte mich eher fertig.
Zum Glück kam ab und zu ein Kieslaster vorbei.
Einer kam bestimmt 5 mal vorbei.
Der Fahrer und ich waren gefühlt schon beim Du.
Ich hatte die Hoffnung Gabi und Wolfgang noch Einzuholen.
Ok sie hatten heute eine Stunde weniger als ich und wann sie los sind wusste ich leider auch nicht.
Vom Gehtempo waren wir in etwa gleich.
So schleppte ich mich vom einen Schatten spendenden Baum zum Nächsten.
Und die Kilometer aufm GPS wurden nur marginal weniger…
…mein Getränkevorrat nahm schneller ab.
Nach gefühlten 10 Stunden (real doch nur 2,5 Stunden) erreichte ich Jesolo.
Jippie, freu, hüpf…
Der erste Bäcker war mein und ne Flasche Wasser und eine Dose Lemon Soda auch.
Das Wasser war mit einem tiefen Zug schon weg.
Ich hatte ja die Theorie, dass es beim verlassen der Flasche bereits verdunstet ist.
Es war so heiß – ach ja das hatten wir ja schon…
So genug erholt, weiter gings.
Zuvor aber noch an ner Eisdiele angehalten.
Zitrone, (Wald?)Früchte und Minze.
Hmmm ok so im Nachhinein eine merkwürdige Mischung.
Es sollte aber erfrischend sein.
Kein so Creme/Sahne-Zeug.
Bewaffnet mit meiner Waffel setzte ich mich erst mal an den Sile auf ne Mauer.
Schuhe aus (Socken blieben an) und lecker das Eis gefuttert.
Ich hatte noch stundenlang da sitzen bleiben können…
…musste aber noch ne gute Stunde weiter.
Bei der Buchung der Unterkunft in Jesolo dachte ich mir wenn schon am Meer dann wenigstens auch am Wasser.
Hotel Wally wartete.
Also ab dafür.
Unterwegs noch Lebenszeichen nach Hause gesendet.
So war der Weg, der fast bis zum Hotel über Landwirtschaftswege (es sollte wohl ein Hochwasserdamm sein – der heute morgen war jedoch höher) führte, nicht ganz so langwierig.
Endlich am Hotel angekommen, war der Erste den ich sah Wolfgang.
Er hatte bereits ein Weißbier in der Hand, schien aber auch nicht mehr so gut zu Fuß zu sein.
Ich weiß heute noch nicht wie ich mich die letzten Kilometer fortbewegt hatte.
Die beiden waren wohl vor ner halben Stunde angekommen.
Wir tauschten uns kurz über die Strecke aus.
Ich fand es die Härteste Etappe der gesamten Tour.

Ob ich wohl München – Venedig schaffe?
Lauf einfach von San Bartolomeo nach Jesolo. Wenn Du das schaffst ist der Rest Kiki.

Zum Glück gab es im Hotel einen Lift, so schaffte ich es dann sogar noch in den ersten Stock.
Das Zimmer war nicht allzu groß.
Insgesamt sah alles wie in nem Etap-Hotel aus.
Super, so waren schon Wände zum Festhalten da.
Ich taumelte in die Dusche.
Das ganze Badezimmer war echt lustig.
Das Bide war recht zentral. Die Toilette im die Ecke gebaut – zur Benutzung musste man schon etwas gelenkig sein.
Die Dusche war in der Ecke und ebenerdig.
Man konnte die Duschwände auseinanderklappen und so waren 1/3 des Badezimmers von der Dusche belegt.
Bei übermäßiger Benutzung konnte das Bad schon mal unter Wasser stehen.
Nach der erfrischenden Dusche wollte ich wieder runter gehen und schauen „was so geht“.
Doch meine Beine dachten nicht daran mitzukommen.
So blieb erst mal ne Stunde Chillen, Beine hoch und deutsches TV schauen.
Es kam jedoch nur Mist und ich wollte schon auf Italienisch umschalten – da kommt zwar auch Mist aber den versteh ich weniger.
Nachdem meine Beine ein Go gaben, bin ich doch nochmal raus.
Gabi und Wolfgang saßen nicht im Hotelrestaurant, so bin ich eben mal um den Block.
Es war kurz vor Sieben und viele kamen vom Strandtag zurück.
Ich jedoch hatte keine Lust mehr mich durch die Massen an den Strand zu Kämpfen.
Strandfoto gibt’s morgen.
Statt dessen bin ich durch die Straßen gelaufen – naja ich wollte Laufen.
Ein Gedränge wie auf Pützchens Markt.
Also schnell in ne Seitenstraße und dank Google den nächsten Supermarkt gefunden.
Mit nem Salat und ausreichend (alkoholfreien) Getränken zurück ins Hotel.
Ich hatte das Gefühl der Einzige zu sein der keinen Alkohol kauft.
Von (ganz) Jung bis Alt – die Stimmung am Abend schien gerettet zu sein.
Nach dem Salat und zwei Folgen „Forever“ (derer Handlungen ich aber nur begrenzt folgen konnte) war Matratzenhorchdienst angesagt.
Und ich hab so gut geschlafen.
Vermutlich hatte ich heute einen Sauerstoff-Overkill oder doch nen Hitzschlag.

22. Tag – nach San Bartolomeo

Frühstück um 7:00 Uhr.
Ich war um 7:04 Uhr da und was soll ich Schreiben die Rentner waren bereits fertig mit Essen…
Und es sah schon etwas nach Schlachtfeld aus.
Ey 4 Minuten…
Gabi meinte noch wer zu spät kommt…
Hallo? 7:00 Uhr sollte die Türöffnung zum Speisesaal sein.
Wir sind doch nicht auf ner Kreuzfahrt.
Zum Glück hatte der Kellner noch ein paar Brötchen gefunden.
Er fragte sogar ob ich ein Omelett haben wolle.
Huch? Oh ja gerne!
Ok was dann kam war Rührei – egal.
Das letzte Ei müsste auf der Glugenzer Hütte gewesen sein.
Lecker!
Dazu noch Müsli, etwas Quark – Herz was willst du mehr.
Nach dem Schmaus schnell fertig Packen und ab gings.
An heute wurden normal befahrene Straßen leider zur Gewohnheit.
Es ging 9 km immer dem Verkehr entgegen und das am Sonntag.
Will mir überhaupt nicht Vorstellen was da Werktags so los ist.
Eine Kirche am Wegsrand – nix wie rein (ist ja Sonntag).
2 Minuten reichten – wir mussten ja weiter.
An der Monte Grappa gings links ab (die Info kommt nur wegen dem Namen *hicks*).
Am Kreisverkähr nähmen sie die 2. Ausfahrt und dann immer Richtung Autobahn Treviso Nord.
Ein paar Autofahrgeräusche und ich wär mit vorgekommen wie im Bruno (unser Auto)
Nach ein paar Kilometern kamen wir nach Ponte della Priula.
Hier hatte die Kirche noch nicht angefangen – also schnell noch nen Blick reingeworfen, nen Cache vor der Kirche gefunden und weiter gings.
Vorbei an ner Tankstelle die Paybackpunkte gibt – so weit ist es schon gekommen.
Dann kamen wir an nem Geocache vorbei, der knapp einen halben Meter neben dem Weg in nem Schild versteckt war.
Wolfgang staunte nicht schlecht, was ich da an die Oberfläche gezaubert hatte.
Es war echt im Vorbeigehen und hätte ich nicht kurz angehalten wäre mein Tun unbemerkt geblieben
So hatten wir ein neues Gesprächsthema.
Auf der heutigen Etappe waren sogar noch 3 weitere Dosen aufm Weg.
Gabi war begeistert, wo da alles was liegt und welche Arten und Größen es so gibt.
Eine Größere hab ich – sozial wie ich nun mal bin – von den Beiden suchen lassen.
Und sie war gar nicht mal so einfach zu Finden.
Schön gemein mit braunem Cammo-Tape umwickelt.
Die Tupperdosensuche lenkte leider nicht ganz von der doch recht langen Strecke ab.
Es ging von der Straße ab und durch ein Kieswerk, wo zum Glück Sonntags keiner arbeitete.
Immer am Piave entlang.
Zum Teil durch recht dichtes Gestrüpp (ob vor uns keiner die Etappe gelaufen ist – oder wächst das so schnell wieder zu?)
Wir kamen außerdem an Dutzenden Brombeersträuchern vorbei.
Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sank…
…und die Mägen füllten sich.
Von Gabi bekam ich noch ne Botanische Enweisung als wir an nem Feigenbaum/Strauch – wie auch immer – vorbei kamen.
Nach dem Kieswerk wollten wir dem Piave weiter folgen, sind dann aber doch auf den angegebenen Weg zurück.
Wir trafen nen Italiener, der nur mit dem Kopf schütteln konnte, als er erfuhr wo wir auf unserer Tour ursprünglich gestartet sind.
Es folgte ein Kriegsdenkmal – mit Geocache, welcher zuletzt nicht gefunden wurde.
Er war jedoch da – ein Nano.
Und wieder staunende Augen da dieser so klein war.
Weiter gings durch Weinberge und an Baumschulen vorbei nach Candelu, wo wir erst mal ne Pause machten.
Wir steuerten auf ne Bar zu, welche allerdings gerade schloß.
Siesta!
Die Barfrau signalisierte uns jedoch wo es Ersatz gab.
Nach 500 Metern kamen wir zu ner zweiten Bar.
Es war ne Mischung aus Zeitungskiosk und Bar.
Kaffee Latte, irgend ein Funghi ala Keine Ahnung Brot und hinterher ein Red Bull Citrus (scheint neu zu sein).
Frisch gestärkt wieder raus ausm Dorf – zuvor noch ein Eis geholt.
Eine Stunde später standen wir schon vorm Hotel Colombo in San Bartolomeo.
Meinem heutigen Domizil.
Gabi und Wolfgang mussten noch ne Stunde weiter, da im Hotel wohl keine Zimmer mehr frei waren.
Wir verabschiedeten uns bis morgen Abend, da wir in Jesolo das selbe Hotel gebucht hatten.
Nach ner Dusche und der Erkenntnis, dass das wlan Schrott ist, wollte ich noch im Supermarkt was zu Trinken holen.
Sonntag!
Also nix Supermarkt.
Vorm Hotel wurde groß Barbecue aufgebaut.
Ich holte mir da was zu Trinken – war noch etwas unorganisiert, da keiner wusste, was wieviel kostet.
Mit zwei Dosen Cola verkroch ich mich erst mal wieder ins Zimmer.
Draußen war es recht warm und die Restaurants machten erst gegen 18:00 Uhr auf.
Nachdem klar war, dass es wieder nur Italienischens TV gab, chillte ich noch etwas und bin gegen 18:30 Uhr mal schauen was da unten so geht.
Es war noch immer recht wenig los.
Ich setzte mich ins Restaurant.
Wie sich schnell herausstellte waren sie auf Fisch spezialisiert.
Hmmm nebenan gab’s Pizza.
Ich durfte zwar sitzen bleiben, musste aber von ner anderen Bedienung, bedient werden.
Egal Hauptsache keinen Fisch.
Die Pizza war wieder recht groß und lecker.
Der Teig gewohnt hauchdünn.
Nach und nach füllte sich der Platz vorm Hotel.
Wie sich später herausstellte waren es zwei Touristengruppen.
Das war auch der Grund, warum das Hotel ausgebucht war.
Zwei andere München-Venediger hatten es auf gut Glück versucht und wurden abgewiesen.
Ok wenn man mitten aufm Land ist und ein Hotel mit 110 Betten im Reiseführer sieht denkt man sich eher an freie Plätze.
Nach dem Essen habe ich mich Richtung Zimmer verkrümelt.
Der Massenansturm war nichts für mich.
Ruhe und Abgeschiedenheit waren die Schlagwörter der letzten Wochen.
Hatte noch ein bisschen italienisches Fernsehen geschaut und bin dabei eingeschlafen…

21. Tag – von Tarzo nach Susegana zum 4**** Hotel

Neuer Tag neues Glück.
Die Nacht war super.
Hingelegen und weggeratzt bis heute morgen um 6:00 Uhr.
Irgendwo krähte ein Hahn – oder waren es sogar zwei?
Wie dem auch immer.
Gabi und Wolfgang wurden wohl die ganze Nacht von bellenden Hunden gestört.
Zum Glück hatte ich mein Zimmer in ne andere Richtung und habe vom Gezeter nichts mitbekommen.
Da mein Badezimmer so genial war, musste ich heute auch noch eine Morgendusche nehmen.
Klingt normal ist aber momentan irgendwie was Besonderes.
Frisch wie der Wind gings ab zum Frühstück.
Neben dem üblichen Weißbrot erwarteten uns sogar kleine Pflaumen – die sahen frisch gepflückt aus.
Super!
Im „Biergarten“ waren über den Tischen nicht etwa Traubenranken sondern Kiwis.
Ein wirklich lustiger Anblick.
Daher meine Vermutung, dass die Pfläumchen auch selbst angebaut waren.
Gestärkt checkten wir aus – heute bezahlte ich wirklich gerne.
Falls wir mal in die Gegend kommen sollten müssen wir hier unbedingt nochmal Absteigen.
Los gings durch fast das komplette Dorf immer die Straße lang – zum Glück war recht wenig los.
Wir kamen durch Arfanta und ich hatte Durst auf ne F**** hihihi.
Es ging durch Weinberge – die Region ist wohl sehr bekannt für Ihren Prosecco.
Im Wanderführer steht, man sollte sich einen gönnen. Danach würde es beschwingt weiter gehen.
Ne schon klar.
Bei der Hitze total „beschwingt“ in nen Lkw gelatscht…
Ohne Prosecco gings weiter bis zur Mühle Molinetto della Croda.
Ein Bild wie aus einem Gemälde.
Sie stammt wohl noch aus dem 17. Jahrhundert.
Nach der ausgiebigen Begutachtung – der Weg um die Mühle kostete 2€uro, war aber leider geschlossen – gings munter auf der Straße weiter.
Zum Glück war noch immer nicht viel los.
Rennradfahrer waren einige unterwegs.
Auch ganze Teams von bis zu 20 Mann (und auch die ein oder andere Frau).
Wir überquerten den Piave, welchem wir noch einige Tage folgen sollten.
Schließlich kamen wir noch an einer Festung vorbei – leider ohne Zutritt, da in Privarbesitz.
Castello San Salvatore di Manfredo Collalto – was ein Name!
Kurz danach verliefen wir uns trotz GPS ein paar Meter zu weit in die Weinberge und erreichen nach *** Stunden unser 4****Hotel.
Von außen ganz nett, innen auch.
Allerdings fiel uns sofort auf, dass sich der Architekt zwar ausgetobt hatte, jedoch ne persönliche Note (wie gestern) vergessen hatte.
Es war recht clean und sah eher nach Business-Hotel aufm Land für Tagungen oder „Wir-haben-uns-lieb-Seminare“ aus.
Mein Zimmer war sogar etwas kleiner als gestern.
Die Dusche aber…
…sie hatte ne eigene Hausnummer.
Ca. 3m x 1,5m Grundfläche.
Die Bause war so weit weg, dass, ich fast wieder die Brille geholt hätte.
Nach etwas Siesta und der Erkenntnis, dass im 4****Hotel kein deutscher TV Sender zu Empfangen ist, bin ich mal Essen fassen.
Naja ich wollte gern was Essen.
Leider hatte das 4****Hotel keine Küche.
Nur für Events, Tagungen etc.
Gabi und Wolfgang informierten mich, dass die nette Dame von der Rezeption nen Pizzadienst wüsste.
Und tatsächlich brachte sie einen Flyer wie ich sie zu Hause wöchentlich entsorge.
Tja was sollten wir machen?
Ok es gab in der Nähe noch ein leckeres Fischrestaurant – das Menue so ab 50 Tacken.
Öhmmm lasst mich kurz Überlegen – NÖ!!!
So gab’s ne Quattro Stagioni in Groß – hatte ja Hunger…
Naja und Groß ist in Italien GROOOß.
Mama mia – da hätte ne Großfamilie satt werden können.
Und dabei noch für 12€uro – und der Arme Zulieferer musste noch durch den Regen fahren – ok sie hatte ein Auto also nur halbes Mitleid.
Nun wurde es aber wieder 4****Sterne.
Wir bekamen Teller, Messer, Gabel und ne Papierserviette (ok ein Stern Abzug).
Doch wir verzichteten irgendwie auf alles – außer der Serviette.
Sie Pizza war super lecker – hätte der Vier****Koch bestimmt nicht besser hin bekommen – ok da wäre sie vermutlich ganz klitzeklein gewesen.
Nach dem Essen haben wir die Pappkartons artig zusammen gestapelt und an der Theke abgegeben.
Da wir doch recht platt waren, sind wir gegen 21:00 Uhr in die Heia.
Zuvor kam doch tatsächlich noch ne Rentner-Gruppe per Taxen vorgefahren.
Wie wir am nächsten Tag erfuhren, hatten sie auch ne Art München – Venedig gemacht und ab dem Hotel aber per Bus/Taxi nach Venedig und wieder zurück.

20. Tag – jetzt geht’s nur noch abwärts

…und abwärts gings schon heute Nacht.
Gegen 2:30 Uhr ging ein recht heftiges Unwetter vor sich.
Es stürmte und die Antennen um die Hütte lärmten nicht schlecht.
Ständig irgendwelche metallischen Geräusche.
Dummerweise hatte ich noch einiges an Klamotten vor der Tür auf nem Wäscheständer.
Sollte ich nun raus und die Teile rein holen?
Dabei würde ich bestimmt alle Wecken, da in der Bude bei der geringsten Bewegung alles am Knarren war.
So blieb ich liegen und versuchte weiter zu Schlafen, was jedoch nicht so recht gelang.
Ich war dann eben der Erste der um 6:00 Uhr aufstand.
Die Sonne war schon aufgegangen, die Berge aber noch in Wolken getaucht.
Immer wieder ein faszinierender Anblick.
Pünktlich um 7:00 Uhr stand das Frühstück bereit und sie Wirte hatten sich sogar Mühe gegeben.
O-Saft, Weißbrot, Wurst, Käse und Marmelade.
Der Kaffee kam aus der Maschine – also auch gut.
Nach der Stärkung war der Abstieg auf nur noch 275hm angesagt.
Ich lief gemeinsam mit Gabi und Wolfgang los.
Hinter uns noch eine 3er Gruppe, die uns nach ner knappen Stunde überholte.
Es ging zuerst einen Forstweg runter, welcher recht breit war.
Ok hier mussten ja auch die ganzen Telefonkonzerne hochkommen, da auf dem Berg unzählige Antennen und Sat-Schüsseln standen.
Einige davon gehörten wohl auch den Militär.
In der Hütte mussten speziell fürs Militär Zimmer freigehalten werden.
Bestimmt keine solche Löcher wie unseres…
Nachdem wir 350hm runter sind, mussten wir nochmal hoch und liefen eine Kammlinie entlang.
Auf der linken Seite die Ebene mit dem Meer ganz hinten am Horizont (in 4 Tagen sind wir dort) und auf der rechten Seite die Dolomiten, die Tuxer Alpen, das Karwendel (wo ich vor 2,5 Wochen gestartet bin).
Stolz, Trauer, gemischte Gefühle beim Anblick.
Unglaublich, dass ich echt so weit gekommen bin und alles noch heile ist.
Keine Blase, keine Zerrung, alles supi.
Nach knapp 2 Stunden standen wir an den Häusern der Casere Frascon.
Gabi und Wolfgang beschlossen den etwas kürzeren Weg zu nehmen – ich wollte weiter über den Kamm, da noch ein Geocache auch mich wartete.
Wir trennten uns bis Abends, da wir die selbe Unterkunft hatten.
Mein Weg ging über den Kamm weiter, am Cache vorbei zum Rifugio Pian de le Femene.
Hier gab es erst mal nen Cafe Latte.
Der weitere Weg sollte laut Wanderführer über verschlungene Wege gehen.
Als ich am Abzweig stand, sah ich jedoch, dass die Wege recht zugewachsen waren.
Und da mit dem Rucksack durch?
Nö!
So lief ich erst mal die Straße entlang, konnte aber immer wieder auf schmalen Wanderwegen die Straßenserpentinen Abkürzen.
1,5 Stunden später war ich in Revine.
Endlich hatte der Abstieg ein Ende.
Handyempfang war auch wieder da und ich konnte im Weitergehen zu Hause Anrufen.
Eine halbe Stunde später war ich in Nogarolo und schließlich in Tarzo.
Als ich ankam war Siesta im Ort und nicht mal die Hunde bemerken mich.
Die Geschäfte waren zu und ich lief erst mal zu meiner Pension.
Albergo Ai Pini, eine richtig tolle Unterkunft.
Auf den ersten Blick recht alt aber super in Schuss und ganz schnuckelig eingerichtet.
Mein Badezimmer war nigelnagelneu.
Die Betten gefühlt aus dem 19. Jahrhundert.
Im Flur stand ein uralter Röhrenfernseher (zur Dekoration).
Im Zimmer ein Flatscreen (auf der 1900er Kommode).
Ich machte erst einmal ne keine Siesta.
Dann erkundete ich den kleinen Ort und holte mir ein leckeres Eis.
Zum Abendessen traf ich wieder Gabi und Wolfgang.
Es gab einen Salat mit Äpfeln und Schafskäse. Dann Tagliatelle in Rotweinsauce – die es echt in sich hatte.
Wie ließen den Tag entspannt ausklingen.
Bei dem Ambiente echt schwer ins Bett gehen zu wollen.
Um uns rum viele Italienischen Tagesgäste und jeder schien lauter und mehr reden zu wollen als die Anderen.
Echt lustig.
Es war richtig Urlaubsstimmung.
Keine Spur von schmerzenden Knochen, Rücken etc…

19. Tag – der letzte Berg

Heute wartete sie also auf mich – die letzte Erhebung vor dem Meer.
Der Col Visentin mit seinen 1764hm.
Er ist die höchste Erhebung im Nevegal – dem Schneeberg der Veneter.
Frühstück gab’s heute erst ab 7:30 Uhr.
Da mich heute aber nur 5,5 Stunden Wandern erwartete trödelte ich bis 8:00 Uhr und bin dann runter.
Es war ein Buffet aufgebaut und die Brötchen waren die Ersten die mir ins Auge stachen.
Sie waren etwa so lang wie mein Daumen und ca. 3 mal so dick.
„mit einem Happs sind sie weg“ dachte ich noch.
Und tatsächlich.
Eine Portion Nutella reichte für 3 Stück.
So holte ich mir noch Müsli und etwas Obst.
Kaffee gab’s aus der Maschine.
Für mich 2 Espresso und zwar doppelte.
Nach der Raubtierfütterung schnell fertig gepackt und los gings.
Am liebsten wäre ich gestern Mittag bereits weiter gelaufen.
Wenn man mal so im Fluss ist – und die Busfahrt musste ja auch wieder gut gemacht werden.
Zuerst gings quer durch Belluno.
Vorbei an (von gestern) bekannten Gebäuden und zur Touristeninformation.
Hier gab’s ne Rolltreppe die mich hinab zum Fluss Piave brachte.
Bei meiner gestrigen Ortsbegehung hatte ich die Rolltreppe überhaupt nicht bemerkt und bin durch viele Gassen hoch und runter.
Unten angekommen noch ein Blick zurück auf das Städtchen und ab übern Piave und nach oben auf einer kleinen Straße.
Zuvor entdeckte ich noch ein ein Schild mit Richtung Venedig per Autobahn.
Ich beschloß doch lieber den Wanderweg zu nehmen.
Laut Wanderführer erwarteten mich heute 1600hm Aufstieg und das ohne sichtbare Riesenberge mit Schnee oben drauf.
Ich kam an einer keinen Kapelle vorbei – da ich aber schon ordentlich am Transpirieren war, ignorierte ich sie und lief weiter.
Immer bergauf.
Ich kam nach Castion und musste wählen, ob ich weiter den Fahrweg hoch lief oder einen kleinen Umweg – laut Wanderführer auf schmalen Wegen – nahm.
Da sogar Schilder mit München – Venedig angebracht waren, nahm ich die schmalen Wege.
Von diesen war jedoch zuerst nicht viel zu Erkennen.
Es ging weiter durch Orte und Straßen entlang.
Bürgersteige gibt’s nicht.
Und am Zebrastreifen (wenn mal einer da ist) hält sowieso keiner an.
Hier ist die Devise „Augen zu und rüber“ angesagt.
Es ging immer weiter nach oben.
Ich erreichte ein Waldstück und bald darauf eine Gumpe (eine Vertiefung im Bachbett – quasi ne Badewanne).
Nach Baden war mich aber nicht, da mich bei meiner kleinen Pause eine Bremse attackierte – und das schmerzt erst mal.
Ja hat sogar geblutet und keiner war da zum Pusten.
Ich hatte noch überlegt nen Druckverband anzulegen war dann aber doch zu Faul dann Medikit auspacken.
Hab sie aber erwischt – blöde ***.
Weiter gings einen schmalen Waldweg hoch.
Den Abzweigen links hoch verpasste ich und stand plötzlich mitten in der Pampa.
Mein GPS half mir den richtigen Weg zu finden.
Schuld war nur die Bremse…
Es waren ein paar Seilversicherungen angebracht – es klappte aber sehr gut ohne.
Bei Nässe sind die bestimmt hilfreich.
Oben angekommen gings doch glatt weiter den Wald hoch.
Am einem Steinhaus vorbei, welches als Notunterkunft herhalten konnte.
Sah ein bißchen nach Haus aus Hänsel & Gretel aus.
Schließlich erreichte ich die Straße (welche ich auch hätte hochkommen können) und kurz darauf einen Kreisverkehr mit benachbartem Brunnen.
Mich überholte einer mit recht langen Inlinern und Stöcken.
Eine Art Sommer-Ski-Langläufer – gibt bestimmt auch nen Fachausdruck dafür.
Sah lustig aus – und der hatte nen ordentlichen Speed drauf.
Nach einer Erfrischung am Brunnen gings weiter.
Nun an nem kleinen Hochseilgarten vorbei (mein Klettersteigset hatte ich ja dabei – aber keine Zeit).
Neben ner Ski-Piste hoch, durch eine sehr nette Klamm und plötzlich sah ich mein Domizil für heute hoch über mir Aufragen.
Huch – so weit noch hoch?
Erst mal ne Pause und nen Müsliriegel gefuttert.
Dazu 2 Pfirsiche.
Der letzte Anstieg ging ne starke Stunde über eine Wiese und recht steil hoch.
300hm auf einen knappen Kilometer.
Keuch, schwitz, röchel…
Die letzten Meter musste ich echt kämpfen.
Irgendwie aber auch ein schönes/komisches Gefühl – der letzte Berg.
Schließlich stand ich auf 1764m und freute mich mindestens genau so wie auf den 3152 Metern des Piz Boe.
Die Hüttenwirte waren mit Kartenspielen beschäftigt (sehr gelassen Südländisch eben) , lösten sich aber schließlich vom Spiel und einer zeigte mir meine heutige Unterkunft.
Als wir in den Raum kamen dachte ich noch – ok also durch den Abstellraum…
Aber es gab keinen weiteren Raum.
Der Abstellraum war tatsächlich das Zimmer.
Es standen 6 Doppelstockbetten drin und ganz crazy – ein Wärmepilz, wie er gerne mal auf den Terrassen der Restaurants steht.
Na hoffentlich machen die den nicht an, dachte ich mir.
Brandschutz was ist das?
Im Raum war es zudem recht feucht und modrig.
Naja eine Nacht…
Zuerst musste die Dusche herhalten – war sogar Warmwasser vorhanden.
Dann gesellte ich mich nach oben in den Gastraum, wo ich auch gleich bekannte Gesichter erblickte.
Gabi und Wolfgang ein Ehepaar aus dem Fichtelgebirge.
Wir hatten uns schon auf zwei anderen Hütten ein paar Tage zuvor gesehen.
Sie sind die Schiara jedoch von Anfang an umgangen.
Wir unterhielten uns über unsere Tour und alles mögliche Andere.
Ihr Sohn ist Industriekletterer und ich bekam Bilder zu sehen, wie er an Brückenpfeilern Windabweiser anbringt.
Der absolute Wahnsinn.
100 Meter Höhe reichten da bestimmt nicht…
Nach dem Essen – ich hatte eine Minestrone und Pasta al Funghi – verzogen wir uns recht zeitig ins Bett.
Frühstück wurde ab 7:00 Uhr verhandelt.

18. Tag – Die Vernunft siegt

Heute war es also soweit.
Die Schiara, der Klettetsteig, wartete auf mich.
Dafür hatte ich extra mein Geraffel mitgeschleppt.
In Summe ca. 1Kg jeden Tag zusätzlich dabei.
Ok es gibt einen netten Hüttenwirt, an welchen man von zu Hause aus die Ausrüstung hätte schicken können.
Mir war das aber zu unsicher.
Nachher geht das Paket verloren…
Die Nacht war eigentlich recht gut.
Dass ich vor dem Einschlafen noch einen ca 2cm großen Skorpion an der Wand gesehen habe, hat mich beim Einschlafen nicht gestört.
Ein Skorpion in den Bergen – Sachen gibt’s…
Die Anderen ca. 12 Leute in der Hütte schlummerten noch friedlich.
Da es aber um 6:30 Uhr Frühstück gab und ich am Klettersteig nicht Schlange stehen wollte, schlich ich mich ganz leise raus.
Da es kein Wasser für die Dusche gab, war das Thema ja auch schon erledigt.
Vor der Tür nochmal die Check – hab ich alles eingepackt?
Alles ok – ab zum Essen.
Meine Amis waren auch schon wach und so gab’s ein gemeinsames Frühstück.
Kaffee (sogar genießbar), Brot und Marmelade.
Dann noch rasch die Rechnung bezahlt und ab gings.
Zuvor jedoch fragte mich die Hüttenwirtin, ob ich den Klettersteig wirklich machen wolle?
Ich solle bedenken, dass das Wetter gegen 14:00 Uhr in ein Gewitter Umschlagen sollte.
Ich sagte ihr, wenn es mir zu komisch vorkommt drehe ich um.
Ich kaufte noch 1,5 Liter Wasser und ab gings…
Vor der Tür hätte es mich fast hin gehauen – alles nass.
Es hatte angefangen zu Nieseln.
Na super – also Regenjacke raus (die Hose blieb im Rucksack) meine Softshellhose musste fürs Erste reichen.
Es ging zuerst bergab – und ziemlich rutschig dazu.
Dann hoch durch nen Wald – eine kleine Schlammschlacht wartete auf mich.
Na super und das am Via Ferrata Tag.
Nach ner knappen Stunde holte ich eine der Amis ein.
Sie waren zum Teil vor mir aufgebrochen.
Ob ich ihren Mann gesehen hätte?
Ich sagte ihr, dass ich kurz vor ihm Aufgebrochen bin.
Wir verabschiedeten uns bis später und ich ging weiter.
Nach knapp 5 Minuten hörte ich sie rufen.
Ihr Mann war also kurz hinter mir gewesen.
Nochmal ne knappe halbe Stunde später stand ich vor der Wahl:
Links durchs Gebüsch den Berg hoch zum Klettersteig oder rechts weiter den Weg runter nach Belluno.
Da es sich richtig eingeregnet hatte und ich mir kaum vorstellen konnte, dass es 600 Meter höher trocken war, beschloß ich den Klettersteig aus zulassen.
Nun musste eine Ausweichroute her.
Die Amis erzählen am Vorabend, dass sie zu einem Bus wollten, welcher sie nach Belluno bringt.
Aufm GPS reimte ich mir einen sinnvollen Weg zusammen und nahm ihn Zähneknirschend in Angriff.
Es ging weiter bergab und immer wieder rutschte ich durch die Gegend.
Ohne meine Stöcke hätte es schlecht ausgesehen.
Eine dreiviertel Stunde später holte ich die restlichen beiden Amis ein.
Wir quatschten kurz, dass der Klettersteig nicht möglich war und trennten uns dann wieder.
Sie warteten auf den Rest der Truppe.
Ich kam an das Rifugio F. Bianchet, wo ich auf einer Tafel die Route der Schiara sehen konnte.
Schade, aber einen Einsatz der Begrettung wollte ich nicht auch noch provozieren.
Von der Schiara konnte ich durch den Nebel leider (oder zum Glück) nichts sehen.
Weiter gings.
2 Stunden später stand ich an der Bushaltestelle.
Abfahrt um 10:52 Uhr und danach erst wieder knapp 3 Stunden später…
Na super es ist – – – 10:50 Uhr.
Ob er schon vorbei ist?
Ich packte gerade meine Stöcke ein, da kam doch tatsächlich der Bus.
Tja Glück muss man haben.
Er brachte mich in einer starken dreiviertel Stunde nach Belluno.
Nun hatte ich – ohne es geplant zu haben – wieder einen Tag abgekürzt.
Kurz vor 12:00 Uhr stand ich am Bahnhof Belluno.
Zuerst machte ich mich auf zur Touristeninformation – ich brauchte ja noch eine Bleibe für heute.
Die Touri-Information sollte bis 12:30 Uhr auf haben und danach erst wieder ab 16:00 Uhr.
Als ich ankam (etwas außer Atem) musste ich feststellen, dass sich die Angabe im Wanderführer wohl geändert hat.
Montag bis Freitag nur noch ab 16:00 Uhr.
Tja Pech gehabt.
Ich schnappte mir den Reiseführer und rief eine Pension an (welche ich vor ein paar Tagen schon mal anrufen hatte) um für heute Nacht, nach einer Übernachtung zu Fragen.
Vor ein paar Tagen sagte die gute Frau, ich solle einfach Anrufen, wenn ich da wäre. Zum momentanen Zeitpunkt könnte sie zu freien Zimmern nichts sagen.
Tja und heute sagte sie dann komplett ab, da sie nur für mindestens 2 Personen/pro Zimmer Vermietet…
Blöde *** hätte sie ja gleich von Anfang an sagen können.
Wenn ich wieder zu Hause bin werde ich dem Wanderführer mal ein paar Verbesserungsvorschläge machen.
Nach dem Erlebnis schaute ich nochmal in den Reiseführer und beschloß direkt zur Pension Albergo Cappello e Cadore laufen.
Sie war nur knapp 5 Minuten entfernt.
Die Dame an der Rezeption hatte auch gleich ein Zimmer für mich und ich zog eben hier ein.
Noch besser war, dass sie sogar noch einen Waschservice anboten.
So bekam ich für 7€uro 3 Shirts, 1 Pulli, 1 Hose und 2 Paar Socken gewaschen.
Klar ich hätte es auch wieder im Waschbecken machen können.
Allerdings hatte ich immer Angst ob das Zeug auch trocknet…
Die Handtuchwärmer in den Pensionen waren zwar immer vorhanden, funktionierten aber nie.
Perfekt versorgt und frisch geduscht stürzte ich mich ins Leben von Belluno.
Leider hatte das Leben Siesta.
So schlenderte ich eben so durchs Ort und traf doch tatsächlich wieder meine Amis.
Sie hatten den Bus um 14:00 Uhr genommen.
Nach dem Meeting war Essensjagd angesagt.
Ich beschloß dem Spruch „Dai sapori del mondo all’eccellenza italiana“ zu Folgen und landete in El McDonaldo.
Die Pommes sind in Italien übrigens genau so lätschig wie in good old Germany.
Dafür hatte ich einen dicken Burger mit echten Rind aus Süd-Tirol.
War lecker.
Nach dem Essen war Bewegung angesagt.
So suchte ich mir einen Supermarkt und kam mit Obst, Brausetabletten, Energy-Drink, Cola und Keksen zurück in die Pension.
Hier ließ ich den Tag bei tausenden Italienischen TV-Programmen ausklingen.
Man muss nur lange genug zuhören und versteht dann trotzdem nix.
Lustig deutsche Serien auf Italienisch zu Schauen.
Der einzige deutsche Sender war das ZDF.
2 Vorabendkrimis später stellte ich fest dass diese eher faad waren.
Spannung ist was anderes.
Sie plätscherten so vor sich hin.
Irgendwann schief ich dann ein – so haben mir meine Gebühren doch was gebracht.