10. Tag – Meran 

Nach einer recht ruhigen – aber brutal warmen Nacht (durch das kleine Dachfenster kam kaum Luft ins Zimmmer) war erstmal Frühstücken angesagt.
Es gab ein Buffet mit den üblichen Cerealien.
Das Rührei war leider kalt, da es keine Warmhalteplatte o.ä. gab.
Naja der Hunger treibts rein.

Danach war Erkundung der Umgebung bzw. Merans angesagt.
Ich lief eigentlich den gangen Tag durch Meran.

Ein richtig schnuckeliges Städtchen mit vielen kleinen Gassen.
Um jede Ecke hatte ich das Gefühl ein Bild aus einem Reiseführer zu sehen.
Es gab unzählige Eisdielen, Parks und viele Kirchen – oder drehte ich mich nur in Kreis…

Mit Hilfe von ein paar Geocaches erkundete ich die Gegend – immer wieder eine tolle Hilfe unbekanntes Gebiet zu Entdecken.
Hunger hatte ich den ganzen Tag über nicht – nur Durst.
Es war recht warm und die engen Gassen schienen die Wärme zusätzlich zu Speichern.
So musste fast jeder Supermarkt dran Glauben…

Nachmittags spielte ich noch einen Wherigo, welcher 200 Favoritenpunkte (bei etwas über 400 Funden) hatte.
Das Thema war Zurück in die Zukunft und entpuppte sich als eine Altstadtführug in die Vergangenheit.
Es war sehr schön gestaltet. Die Zeit war mit einer Stunde angegeben – ich brauchte 2 Stunden, hatte es ja aber auch nicht eilig.

Die meisten Geschäfte schlossen gegen 19:00Uhr was zum Bummeln ohne richtigen Kaufgrund auch vollkommen ausreichte.
Egal was ich kaufte es musste ja morgen mit auf die Schlussetappe.
So blieb es bei Marschverpflegung.

Auf dem Weg zum Hotel wollte ich mir auf der Promenade noch ein Eis gönnen doch die Verkäuferin weigerte sich mir eines zu Verkaufen.
Grund war, dass die Kühlunng der Eistheke hinüber war und ihr das Eis zu weich geworden ist.
Das konnte sie nicht auf sich sitzen lassen und emfpfahl mir eine andere Eisdiele, welche auch selbstgemachtes Eis hatten.
Dort angekommen war schon eine beachtliche Schlange vor mir – aber was macht man nicht für ein selbstgemachtes Eis.

Das Eis war sehr lecker – ähnlich wie in Frankfurt-Sindlingen (bestes Eis überhaupt).
Mit Schoko, Kirsche und Minze machte ich mich auf den Weg Richtung Hotel.
In der Bude war es wieder recht heiß – zum ausgiebigen Schwitzen war ich jedoch zu Müde.
Ab ins Bett…

9. TAG – von unser Frau nach Meran 

Frühstück gab es zwar erst ab halb Acht, mit der Rezeption hatte ich jedoch gestern noch einen Deal gemacht.
Ich konnte noch am Abend Auschecken und um kurz nach 7:00 Uhr beim Frühstück Aufschlagen.

Und so hatte ich das – bereits fast komplett aufgebaute – Buffet für mich alleine.
Brötchen, Wurst, Käse, Müsli – alles was das Herz begehrte. Leider gab es kein Rührei – das hätte mir noch gefehlt.
Nach dem Frühstück bin ich pünktlich zur Bushaltestelle – die zusätzlichen 3 Stunden hätten mich heute auf 13 Stunden reine Laufzeit gebracht und das war dann doch etwas zu heftig.

Der Bus kam pünktlich und eine Haltestelle später stieg doch tatsächlich die Truppe, die ich 2 Tage zuvor am Pitztaler Jöchel getroffen hatte ein.
Ok sie erkannten mich nicht mehr und so hatte ich meine Ruhe.
Aus den Gesprächen erfuhr ich, dass sie auf jeden Fall bis Meran laufen wollten – alles andere sei für Luschen.
Knapp 20 Minuten später – der Bus fuhr z.T. durch Sträßchen die ich nicht mal mit dem Auto geschafft hätte, so eng waren die – kamen wir in Giggelberg an.

Ich machte mich schnell auf weiter zu kommen und 15 Minuten später war die Truppe hinter mir nur noch ein kleiner Punkt in der Ferne.
Ruhe!!!
Unterwegs war ich nun auf Feldwegen und kam an einigen Almen vorbei.
Da es noch recht früh am Morgen war, hatten die Almen die ganzen Wassersprinkler eingeschalten, welche die Wiesen gossen.
Teiweise waren sie in Reihe geschaltet und kreisten zwischen den unteren Wiesen, meinem Weg und den oberen Wiesen.
Dabei kam ich mir ein bißchen wie Indiana Jones vor – statt Nagelfallen wich ich dabei eben dem Wasserstrahl aus…
Abenteuerurlaub eben!

Teilweise führte mein Weg regelrecht durch die Almen.
Ich musste teilweise genau hinschauen, wo der Weg weiter ging bzw. welches Gatter weiter führte.
An einer Alm machte ich erstmal das Gatter zu den Hühnern auf. Dies kam mir dann doch etwas komisch vor und ich entdeckte gleich nebenan ein weiteres kleineres Gatter, welches an der Haustüre vorbei, durch den Hof auf den nächsten Felweg führte.
Die Hühner nahmen meine Entschuldigung an und pickten fröhlich weiter ihren Mais auf.

Der Weg ging ständig auf und ab – allerdings war es nicht sehr anstrengend.
Nach knapp 2 Stunden sah ich das erste mal Meran in der Ferne auftauchen.
In 8 Stunden sollte ich da sein – 8 Stunden! Irgendwie hatte ich plötzlich keine richtige Lust mehr – aber wat mt dat mut…

Es kam eine richtig tolle Hängebrücke. Diese war nicht gerade lang – nach unten jedoch ging es recht weit. Leider war sehr viel Schatten in der Schucht, so wurden die Fotos nicht so toll. Die Tiefe kann man auf den Bildern allerdings eh nie so richtig erkennen.
Vor Ort hat man immer den echten WOW-Effekt.

Nach insgesamt knapp 3 Stunden erreichte ich die sogenannte 1000 Stufen Schucht.
Sollte jemand Treppenstufen mögen, so wird er hier geheilt.
Es ging – wie der Name schon sagt – durch eine Schlucht.
Und hier gab es Stufen – nach unten, nach oben und selbst in der Ebene hatte ich das Gefühl auf Stufen zu laufen.
Breite Stufen, schmale Stufen, kam mehr vorhandene Stufen, Doppelstufen…
Teilweise sogar mit Geländer oder auch mit Ketten oder Seilen zum Festhalten.
Es kam eine recht hohe Metalltreppe – von unten sah man oben nur den blauen Himmel.

Unterwegs kam noch ein Wasserfall und kurz danach wieder Treppen.
Sie hörten nicht auf und ich kann nicht genau sagen wie lange ich Treppen gestiegen bin.
Es kam mir vor wie Stunden…!

Als ich durch war, musste ich erstmal Pause machen.
Einen Müsli-Riegel hatte ich mir verdient – genau so wie den Apfel, welchen ich schon mehrere Tage mit mir herumschleppte.
Es kamen mir einige Leute entgegen.
Einer fragte mich ob die Schlucht lang und schwer wäre.
Ich meinte, dass es schon anstrengen werden könnte. Er machte sich Sorgen, ob seine Tochter das schaffen würde.
Bestimmt – meinte ich.
Er lief langsam weiter und es folgten Mutter und Tochter – die Tochter konnte ich von weitem schon Nörgeln hören.
Tja dann mal viel Spaß – der Tag ist noch lang…

Auf gehts – auf mich warteten nun noch etwas über 5 Stunden bis zum Ziel.
Der Weg führte weiter durch einen Nadelwald, bis ich schließlich wieder auf Wiesen kam und schießlich in Giggelberg landete.
Dies war das eigentliche Etappenziel für die heutige Etappe – da ich aber heute noch nach Meran wollte musste ich weiter.
Zuerst jedoch war nochmal Pause angesagt.
1 Liter Johannes-Schorle später führte mein Weg zur Texelbahn – einer Seilbahn.
Mit dieser wäre ich ratz fatz in Meran gewesen – aber neee Laufen war angesagt!

Es ging zuerst auf einem Fahrweg und schließlich durch einen Wald weiter.
Mir kam eine Wandergruppe bestehend aus älteren Herrschaften entgegen, welche sie erkundigten, ob es noch weit bis zur Seilbahn wäre.
Ich sagte, dass ich bergab ca. 10 Minuten gebraucht hätte. Auf einem Schild ein paar Meter weiter würde stehen, dass es 40 Minuten dauern würde.
Merkwürdig – Naja so abgehetzt wie einige der Herrschaften aussahen könnte das Schild evtl. doch Recht haben.

Der Wald ging in eine Mischung aus Wiese mit hohen Büschen über – leichtes Indiana Jones Feeling kam wieder auf.
Die Strecke war durchweg im Schatten und der Boden dafür recht glitschig da kaum Sonne auf den Weg gelangen konnte.
Also musste ich etwas vorsichtiger sein – meine Stöcke waren schließlich neu…

Mein Weg ging immer Richtung Partschins.
Einmal war ich dann doch auf dem falschen Weg – den Richtigen gab es auf meiner Karte nicht.
Nach einem kleinen Querfeldein bzw. Querwaldein kam ich wieder auf den richtigen Weg.
Z.T. wäre eine Machete angebracht gewesen.

Eine Stunde nach der Texelbahn war ich wieder in der Zivilisation angekommen.
Nach einem kurzen Spaziergang auf der Straße bog ich auch schon wieder in einen Wald ab.
Hier waren in größeren Abständen Sagen an den Bäumen angebracht und man konnte Raten, ob diese stimmten oder auch nicht.
Nur wo die Lösungen zu finden waren erschloss sich mir nicht so ganz – naja egal weiter…!

Ich kam auf den Partschinser Waalweg, welcher mich durch Apfelplantagen und Weinberge führte.
Immer weiter bergab und Meran meist rechts in meinem Blickfeld.
Es sah zwar nah aber trotzdem recht fern aus.
Ein Lokal namens „Konrad“ hatte heute leider seinen Feiertag – Wasser konnte ich trotzdem nochmal Auffüllen.
Auf dieser Etappe war wieder viel Trinken angesagt – klar es lag auch am recht heißen Wetter.

Wieder kam eine Hängebrücke und danach gleich eine Straße. Diese musste ich entlang und kam schließlich auf den Tappeiner Weg.
Die nächsten – und letzten 6km – lief ich nun auf der Passegiata Tappeiner Promenade.
Rechts immer den Blick nach Meran runter. Es kamen mir mehrere Jogger und Familien mit Kind und Kegel entgegen.
Die Zivilisation hatte mich wieder.

Die Prommenade war echt nett – links immer Bäume und ein künstlich angelegter Bach – rechts Meran.
Nach den 6km kam ich direkt in Meran auf der Piazza Duomo heraus.
Ok das klingt jetzt größer als es war.
Ich würde mal sagen im Hinterhof der Kirche kam ich an.

Geschafft – ich war in Meran.
Von Deutschland über Österreich nach Italien.

Nicht dass es vor Ort jemanden interessierte – bin ich trotzdem mit einem breiten Grinsen Richtung Hotel gelaufen.
Knapp 15 Minuten später war ich da.

Was ich ganz vergessen hatte war, dass ich hier ein 4Sterne Horel gebucht hatte.
Und so stand ich nun dreckig und veschwitzt mit meinem Rucksack vor dem Palast.
Das Hotel war schon etwas in die Jahre gekommen. Innen viel Teppiche und vergoldetes Allerlei.
Der Empfang an der Rezeption war sehr nett – mein Aussehen konnte ich dem Gesicht der Rezeptionistin jedenfalls nicht Ansehen.
Sehr lustig fand ich den Aufzug – Baujahr 1956 und innen komplett mit Teppich/Stoff verkleidet.

Mein Zimmer war unterm Dach – und genau so warm wurde es dann auch.
Klimaanlage gab es damals nicht und heute leider auch nicht.

Nach dem Einchecken bin ich noch kurz um den Block und habe mir noch eine Pizza besorgt.
Google meinte da wäre eine sehr leckere in der Nähe, was auch stimmte!

Ein bißchen TV und Wlan und schon war ich eingeschlafen – ok der Tag war auch lang und der Weg weit!

 

 

 

8. TAG – von der Martin-Busch-Hütte nach Unser Frau

Da wir ja nur zu zweit im Zimmer waren, war die Nacht auch recht ruhig.
Irgenwann am frühen Morgen musste ich sogar noch zur Decke greifen, da es recht frisch im Zimmer wurde. Ok wir hatten auch das Fenster auf.
Wir waren zwar nur auf 2500m doch es kann schon mal schattig werden.

Gegen 6:30Uhr war Aufstehen angesagt.
Zum Frühstück gab es ein kleines Buffet mit Käse, Salami, Marmeladen und Müsli.
Dazu Kaffee, welcher wie so oft recht dünn war – aber Hauptsachte Koffein…

Um kurz nach 7:00Uhr war ich bereits vor der Tür und begab mich Richtung Ötzi-Fundstelle.
Es ging in leichtem Bergauf Richtung Similaunhütte.
So früh am Morgen, gut Gefrühstückt und auch recht gut Ausgeschlafen ging es recht gut voran.
Vor mir lief eine Gruppe aus 7 Leuten mit Helmen, Pickeln und Seilen – Hach so ne Gletscherbegehung (oder was auch immer die vor hatten) wäre auch mal was. Ok jetzt nichts total waghalsiges – aber über nen Gletscher zum Gipel hat schon was…

Ich jedoch bog nach einer knappen Stunde nacht rechts ab – schließlich musste ich ja irgendwie auf eine Höhe von 3200metern kommen.
Der Weg der Gruppe lief recht eben weiter.
Eine starke Stunde später war ich bereits am Abzweig Richtung Ötzi-Fundstelle.
Es ging nun etwas steiler rauf, über die ersten kleineren Schneefelder und Blockwerk, bis ich nach einer weiteren Stunde bei Ötzi war.
Genauer gesagt bei der Fundstelle, wo er m 19.09.1991 von einem Ehepaar gefunden wurde.
Bis zu diesem Zeitpunkt hat er wohl 5300 Jahre seine Ruhe gehabt.
Mitten in kleineren Schneefeldern steht hier eine 4 Meter hohe Steinpyramide die den Fundort Ötzis markiert.
Nach ein paar Fotos und einem erfolgreich gefudenen Geoacache (unserem höchsten Fund bis jetzt) machte ich mich wieder auf den Weg – Richtung Similaunhütte.

Es ging zuerst bergauf bis ich plötzlich auf Josef traf (mein Zimmernachbar von gestern). Er war zuerst zur Similaunhütte gelaufen um sich einen Schlafplatz für heute zu sichern.
Leider war die Hütte total überbelegt, so das er heute nochmal in der Martin-Busch-Hütte Übernachten musste.
Neben der Ötzi-Fundstelle wollte er außerdem auf die Fineilspitze (3516m).
Diese Besteigung hatte ich mir mindestens 10mal überlegt – da ich aber einen recht langen Abstieg von rund 1300hm vor mir hatte und morgen eine Doppeletappe laufen wollte – entschied ich mich dagegen und verzichtete auf diese Höhe welche meine Höchste bisher gewesen wäre.
Mit meinen 3200hm von eben war ich aber auch schon zufrieden.

Wir verabschiedeten uns und mein Weg führte weiter zur Similaunhütte.
Der Weg wurde etwas schwieriger, zum Teil war er recht schlecht markiert und so musste ein paarmal wieder zurück auf den richtigen Weg.
Es kam noch eine kleine Kletterpartie – mit Seilen versichert – bis auch auf einem sehr netten Grat landete.
Ab da ging es dann direkt runter zur Similaunhütte.
Die ersten „Ötzi-Tagestouristen“ kamen mir bereits entgegen.

An der Similaunhütte angekommen musste erstmal eine Apfelschorle dran glauben und 2 Stempel, die in meinem Wanderfürer landeten.
Bei Ötzi gab es zwar auch nen Stempel – doch die Stempelplatte war nicht mehr da.
Schade!

Nach der kurzen Erfrischunng ging es bergab – und das im wahrsten Sinne.
Zuerst recht felsig wurde es nach einer starken halben Stunde etwas grüner und 15 Minuten später warteten saftige Wiesen auf mich.
Da keine Kühe unterwegs waren, hatte ich die Wiesen für mich.

Der Abstieg dauerte knapp 2,5 Stunden, bis ich in Vernagt ankam.
Ein nettes kleines Ort – leider ohne Supermarkt (auf den ersten Blick).
Es gab ne Bushaltestelle, die wohl die meisten Alpenüberquerer nutzen um endgültig in Meran anzukommen.
Ich nicht! Über eine nette Staumauer erreichte ich ein Waldstück und eine halbe Stunde später war ich in „Unser Frau“.
Lustiger Name – heißt wirklich so.

Und hier gab es einen Supermarkt. Und den sogar noch zu normalen Preisen.
Eine Cola und ein Monsterdrink waren mein!
Nach dem Shoppen hieß es Hotel suchen.
Die ungefähren Koordinaten hatte ich aufm Navi und fand das Hotel auch – welches aus 2 Gebäuden bestand.
Nachdem ich selbstverständlich zuerst in das Falsche gelaufen bin, landete ich schließlich im Richtigen.
Mich erwartete ein recht großes Zimmer und Halbpension.

Nach Salat, Suppe, Käseknödeln, Schnitzel mit Pommes und Fruchtjoghurt war mir fast schlecht.
Die haben die Halbpension echt wörtlich genommen – kein Vergleich zu den Hütten. Was aber normal ist – dass es auf den Hütten etwas karger ausfällt.

Vollgestopft holte ich meinen Personalausweis an der Rezepition wieder ab und sprach mit dem Rezeptionisten über meine morgige Tour.
Dabei erfuhr ist, dass mich der Weg von Unser Frau nach Giggelberg (welcher im Wanderführer nicht so wirklich beschrieben wird) gut 3 Stunden kosten wird.
Der Weg sollte außerdem nicht gerade sooo toll sein und zu Fuß ein recht großer Umweg sein.
Eine Alternative wäre der Bus, welcher mich in 20 Minuten nach Giggelberg bringt.Ich bedanke mich für den Tipp und machte noch einen kleinen Spaziergang ums Haus und zur Bushaltestelle die Abfahrtszeiten checken.

Danach ab ins Zimmer, nach hause telefoneren und ein bißchen The Big bang Theory schauen.
Dieses Fernsehen ist immer eine nette Abwechslung…

7. Tag – von der Braunschweiger Hütte zur Martin-Busch-Hütte

Die Nacht war recht ruhig – auch bei mir im Zimmer.

Gegen 6:30 Uhr kamen so langsam alle in die Gänge.

Es wartete eine knapp 8 Stunden Tour zur Martin-Busch-Hütte. Meiner letzten Hütte auf der Tour. Danach kamen nur noch Pensionen, Hotels…

Zum Frühstück gab’s das Übliche. Brot, Wurst, Käse, Marmelade und Müsli.

Nachdem ich mir den Bauch vollgeschlagen hatte, machte ich mich rasch auf – bevor die Horden kamen.

Noch ne kurze Info über meine heutige Strecke beim Hüttenwirt geholt – alles im grünen Bereich.

Draußen hatte es recht viel Raureif. Es sah fast schon nach einer dünnen Schneeschicht aus.

Hinzu kam, dass mich mein Weg erstmal bergauf über Blockwerk zum Pitztaler Jöchel führte.

Von 2758hm auf 2996hm. Da war sie wieder die 3.000er Grenze.

Der Weg war zum Teil leicht rutschig – ging aber. Ich machte eben langsam – die Horden waren weder zu sehen noch zu hören.

In einer knappen Stunde war ich oben. Die letzten Meter waren zusätzlich mit Stahlseilen versichert – meine Stöcke packte ich erstmal ein da sie etwas hinderlich waren.

Oben angekommen konnte ich sie Aussicht leider nicht genießen, da mich die ganze Zeit eine Nebelbank begleitete. Eine Stunde später wäre es bestimmt schöner – aber auch viel voller gewesen.

Kurz nach mir kam auch die erste Gruppe an. „Gemeinsam schaffen wir es – Oberstdorf – Meran“ eine Truppe zwischen geschätzt 16 und 30 Jahren. Sah ein bißchen nach „Die strengsten Eltern der Welt“ aus. Also nix wie weiter.

Der Abstieg vom Pitztaler Joch ging zuerst über ein größeres Schneefeld – immer ein Blick nach rechts unten. Ein falscher Schritt und es gibt ne Rodelpartie…

Der Pfad war aber schon gut vorgestapft. Die Truppe im Nacken beeilte ich mich, da ich schließlich nicht aus der Bahn gekegelt werden wollte.

Eine dreiviertel Stunde später erreichte ich den Rettenbachferner, wo jedes Jahr der Ski-Weltcup stattfindet. Die Tribüne ist direkt am Parkplatz.

Hier musste ich auf einen Bus zugreifen, welcher mich durch den Rosi-Mittermeier-Tunnel (Europas höchstgelegener Autotunnel) bringt.

Ich schaute noch gerade hilfesuchend um, als mich ein anderer Wanderer ansprach, ob ich allein bin und auch durch den Tunnel wollte. Meinem Ja folgte ein ok wir sind komplett und ein Trupp von sechs Leuten plus Kleinbusfahrer kam um die Ecke.

Nach 10 Minuten Fahrt war ich durch den Tunnel und 3 Euro leichter – das ganze Kleingeld ist aber auch immer so schwer.

Ist auch ein Job – auf 2684 Metern den ganzen Tag Wanderer durch den Tunnel zu Fahren.

Nach der Busfahrt und der Info, dass ab morgen eine Hitzewelle kommen soll, ging es an einem Speichersee vorbei Richtung Vent.

Es ging stets bergab über Wiesen und schmale Pfade, vorbei an Ziegen, Schafen und Kühen, bis ich nach 3,5 Stunden 1000 Meter tiefer in Vent ankam.

Ein nettes kleines Städtchen mit einigen Hotels und einen Sport-Souvenier-Lebensmittel-Laden.

Hier deckte ich mich erstmal mit was kaltem zu Trinken ein. Red Bull mit Blaubeere – Sachen gibt’s. Und die war auch recht schnell die Kehle einer – scheint kaputt gewesen zu sein…

Nach meiner kleinen Pause und nem Anruf zu Hause gings weiter. Die letzten 2 Stunden warteten auf mich.

Dazu kam noch viel Spannung, da es vor ein paar Wochen einen Steinschlag auf der vor mir liegenden Strecke gegeben hatte. Der DAV Berlin – zu welchem die Martin-Busch-Hütte gehört, schrieb zuerst dass die Hütte auf diesem Weg nicht erreichbar wäre. Es sollten Hilfsbrücken gebaut werden. Ein paar Tage vor meinem Touren-Start kam die Entwarnung.

Zur Sicherheit hatte ich im Vorfeld allerdings eine Ausweichroute geplant, mit Ersatzhütte.

Nach einer dreiviertel Stunde kam ich auch schon an einem verschlossenen Gatter an, welches auch die Umleitung aufmerksam machte. Es ging den Hang runter und über eine wirklich schicke Stahlbrücke, welche nicht gerade nach „vorübergehend“ aussah.

Auf der anderen Flussseite ging es gut 10 Minuten weiter, bis ich an eine Holzbrücke kam. Ich wollte gerade rüber, als ich einen recht großen Felsbrocken sah, der mitten in der Brücke eingeschlagen war.

Irgendwie hielt beides zusammen. Das war also ein Teil des Felssturzes. Wahnsinn!

Knapp 5 Minuten weiter kam die zweite Holzbrücke – von der selben Art wie die Erste. Somit war ich wieder auf den normalen Weg angekommen.

Weitere 15 Minuten später kam ich zu einer Schäferhütte um welche sich Murmeltier tummelten.

Da ich noch gut in der Zeit war, beschloß ich ein kleines Fotoshooting mit den pelzigen Freunden zu Veranstalten. Ich pirschte noch an und saß gut 20 Minuten vor einem Bau und konnte einige nette Bilder Schießen.

Der Weg war nun noch eine Stunde bis zur Hütte.

An dieser angekommen bekam ich einen Platz im Zimmer.

Mit mir war nur noch Josef (69) im Zimmer. Er macht öfters kleine Touren und kam aus Salzburg. Seine Frau wäre auch gerne mit – kam jedoch Übernachtungen in Hütten nicht leiden.

Sie hätten es wie die beiden Niederländer (Vater und Sohn) machen sollen – mit welchen wir zu Abend aßen – die ließen die Frauen (Mutter und Tochter) in einem 4 Sterne Hotel in Vent und machten eine 3-Tägige Hüttentour.

Zu Essen gab es Suppe, Spaghetti (Schweinebraten war mir irgendwie zu viel) und Joghurt zum Nachtisch.

Nach dem Essen versuchte ich einen dritten Anlauf die freie Dusche zu Erwischen – und es klappte. Es war auch wieder recht viel los auf der Hütte. Dieses mal waren allerdings mindestens die Hälfte der Leute aufs Bergsteigen aus und nutzten die Hütte als Basislager.

Frisch geduscht gings ab in die Heia – morgen wartet die Tour an Ötzi auf 3200hm vorbei nach Vernagt.

6. Tag – von Prutz zur Braunschweiger Hütte 

​Geschlafen hatte ich echt gut. Und obwohl mein Wecker schon um 6:00 Uhr klingelte war ich recht fit. 

Schnell fertig gemacht und bemerkt, dass es Frühstück erst ab 7:00 Uhr gab… 

Als es endlich soweit war wartete wieder Rührei mit Speck, Brötchen, Kaffee und Müsli auf mich. 

Ich könnte mich dran gewöhnen. 

Danach habe ich meinen Plan nochmal beim Spar vorbei zu schauen verworfen. 

Hab stattdessen alles ordentlich gepackt und in Ruhe ausgecheckt.

Kurz nach 8:00 Uhr stand ich dann an der Bushaltestelle für meine große Rundfahrt.

Und die war es wirklich. Es ist einfacher über die Berge zu kommen als drumherum.

Zuerst 20 Minuten zum Bahnhof Zams. Dann 15 Minuten mit dem Zug nach Imst. Und zum Schluss nochmal 1,5 Stunden mit dem Bus von Imst nach Mittelberg. 

Gegen 11:00 Uhr kam ich endlich in Mittelberg an.

Nun hieß es 1000hm überwinden. 

Laut Wanderführer sollte es 3 Stunden dauern. 

Als ich gerade los wollte sah es recht regnerisch aus. 

Schnell die Regenjacke angezogen und ab gings. 

Außer mir waren noch einige andere unterwegs. 

Z.t. nur als Tagesausflug, andere wie ich am Weizwandern und eine Familie mit 2 Kindern machten einen der Klettersteige in der Nähe. Ok bei dem Blöden Wetter hätte ich das eher nicht gemacht. 

Der empfohlene Wasserfallweg war wegen Steinschlag gesperrt. Musste ich eben die Alternative nehmen. 

Es ging – wird soll es auch anders sein – immer noch. 

An Hochlandkühen vorbei, an Wasserfällen, über Stock und Stein. 

Der Weg war nicht sonderlich spektakulär – es lag leider auch am schlechten Wetter und der geringen Sicht.

Nach den beschriebenen 3 Stunden war ich tatsächlich oben. 

Eine riesen Hütte mit 200 Schlafplätze und richtig nettem Hüttenpersonal. 

Für mich war sogar ein Bett in einem Zimmer frei. 

Da ich ja ne recht kurze Tour hatte, kamen meine Zimmerkollegen erst etwas später. 

So lümmelte ich mich erst mal ins Bett und  schrieb die ganzen Berichte die noch offen waren. 

Nach und nach trudelten einige ein.

Ein älterer Herr – der außer Hallo nix sagen wollte und ein wohl frisch verliebtes Paar. Tja Leute Stockbett sind angesagt. Ich weiß ja nicht die Wieviele Etappe es heute für die Beiden war – aber die Beziehung schien noch zu halten. 

Zum Abendessen genehmigte ich mit Spaghetti Bolognese. Und bin danach recht flott Richtung Bett.

Die Hütte war – wie die letzten auch – brutal voll. Das war mir alles zu viel und zu laut.

Der ältere Herr war auch schon im Bett und als die beiden Anderen kamen war ich schon im Land der Träume. 

Was störte, war eine Jugendgruppe die unseren Gang als Rennstrecke nutzte. Und die ganzen Leute denen Türklinken unbekannt sind. Ständig RUMS die Tür zu.

Gegen 22:00 Uhr hörte es allerdings so langsam auf. 

5 Tag – Prutz (Zwangspause)

Um 7:00 Uhr wachte ich auf, wollte rasch Frühstücken und ab nach Feichten um die geplante Tour weiter zu führen. 

Doch als ich im Bad stand merkte ich dass mein Körper mitgekommen war – der Rest jedoch nicht. 

Ich stand voll neben mir.

Ob es an den Tabletten lag? Ich tippe ja auf nen Sonnenstich. 

Da für Höhenkoller etc. meine a Lunge usw. normal waren.

Also erst mal wieder menschlich machen und ab zum Frühstück.

2 Brötchen dazu Rührei und Speck.

Es fühlte sich wieder gut an wenn es mir nur nicht so schwindlig gewesen wäre… 

Nach dem Frühstück lümmelte ich noch etwas im Zimmer rum, bis ich beschloß auf die benachbarte Burg zu Laufen. 

Training ist alles – nein quatsch es ging wieder einigermaßen und frische Luft tut gut.

Zuerst aber machte ich einen kleinen Sportladen unsicher. 

Schließlich brauchte ich neue Wanderstöcke. 

Danach war Einweihen dieser angesagt – auf zur Burg.

Nach knapp 1,5 Stunden war ich oben und musste leider feststellen, dass sie geschlossen hatte. 

Also bin ich wieder runter um gegen 15:00 Uhr aufm Weg zur Pension noch ne Pizza zu Essen. 

Ich hatte mich draußen hingesetzt und nach 15 Minuten fing es recht stark zu Regnen an. 

So saß ich also draußen unterm Sonnenschirm.

Die arme Bedienung rief zwischendurch mal drüber ob als ok sei? 

Ich gestikulierte ein ja – und wollte nichts mehr Bestellen – so gemein wollte ich auch nicht sein. 

Nachdem es etwas nachgelassen hatte bin ich dann zum Zahlen rein und durfte mir noch einen liegengebliebenen Schirm nehmen. 

Nachdem der Regen aufgehört hatte bin ich nochmal zum Spar um festzustellen dass dieser Samstags um 18:00 Uhr schließt. 

Naja es gab noch ne Tanke – auch mit Cola. 

Ich schaute etwas Olympia, telefonierte nach Hause, schaute noch ne Rammstein-Doku und schlief dann friedlich ein. 

Zuvor hatte ich mir noch nen Schlachtplan für meinen weiteren Weg gemacht. 

Es warteten 2 Stunden Bus/Bahn/Bus.

Tja es ist eben einfacher über die Berge als drum rum…

4. Tag – von Piller nach Prutz (zwangsweise)

​Die Nacht war eigentlich ganz gut. 

Auf jeden Fall besser als die Beiden zuvor. 

Jedoch war mir irgendwie nicht so gut. Schwindelig und allgemein ein dicker Kopf. 

Als dann noch Durchfall von der heftigen Sorte dazu kam, war klar, dass die für heute geplante Kaunergrat-Wanderung unmöglich war. 

Ich schleppte mich trotzdem zum Frühstück und der Pensionswirt war  auch schon da. 

Ich schaffte gerade mal ein halbes Brötchen – immer mit dem Gefühl mich gleich Übergeben zu müssen. 

Kaffee und Saft waren ok. 

Den Wirt fragte ich schließlich wie ich am Besten nach Feichten kommen würde. 

Ein Tag Pause und dann dort wieder los würde perfekt passen… 

Er meinte nur, dass ich das gestern hätte sagen sollen, es hätte dann einen Shuttle gegeben. 

Dass es mir gestern ja noch gut ging verblüffte ihn scheinbar. 

Immerhin verriet er mir noch, dass 4km den Berg hoch eine Bushaltestelle wäre und mit 2 mal Umsteigen würde ich da hin kommen. 

Ich beendete mein Frühstück und machte mich auch den Berg hoch. 

1,5 km die Straße hoch und dann in den Wald einen Waldlehrpfad entlang.

Dass es sich beim Lehrpfad im ein Moorgebiet handelte stand leider nicht drauf. 

Naja vom gestern wusste ich ja schon Bescheid…

Insgesamt brauchte ich 1,5 Stunden, bis ich an der vermeintlichen Bushaltestelle war.

Zudem hatte ich noch ne Stunde Zeit bis der Bus kam „so um 9:00 Uhr“ meinte der Wirt. 

Also Warten und Dösen.

Die Art der Haltestelle bereitete mir irgendwie Kopfzerbrechen. In Österreich sollte es doch auch Bus-Schilder geben… 

Hier war aber keins. Die Straße runter auch nicht. 

Also lief ich kurz nach 9:00 Uhr die Straße rauf und hinter mir kam auch schon der Bus. Ich winkte, der Fahrer nickte zurück und fuhr am mir vorbei. 

Was ein A**** dachte ich noch und lief hinter ihm her – im leichten Delirium.

Als ich um die Ecke kann sah ich eine Seilbahn und die Bushaltestelle. 

Der Bus hatte bereits gedreht und wartete auf die Abfahrt.

Ich fragte nach der Besten Verbindung von hier nach Feichten.

Der Busfahrer murmelte war von nicht ganz so einfach und wälzte Fahrpläne. 

Mir schwante schlimmes. 

Also mit ihm den Berg runter dann ein paar Stationen mit den nächsten Linie und Mittags mit einer Weiteren zum Ziel. 

Mir war da zu spät. 

Wir hatten 9:30 Uhr und ich sollte irgendwann gegen 15:00 am Ziel sein. 

So nahm ich nur die ersten beiden Linien und landete in Prutz „der Tür zum Kaunertal“. 

Eine Pension hatte ich bei booking.com auch schnell entdeckt – und das sogar gleich an der Bushaltestelle. 

An der Rezeption fragte ich ob das Zimmer vom Angebot noch frei ist – und es war noch frei. 

Da ich nicht über Internet gebucht hatte sondern direkt reingelaufen bin, bekam ich sogar noch 10 Euro Rabatt.

Da kann man sich Vorstellen was booking.com wohl verdient. 

Ab ins Zimmer, Rucksack ablegen und schnell noch zur Apotheke. 

Die Dame der Rezeption meinte dass der Dorfarzt zugleich auch der Apotheker ist, da es mit Ärzten aufm Land eher schwierig ist. 

Das passte mit wunderbar, da meine Erfahrung mit „Apotheken-Mitarbeitern“ eher negativ behaftet ist. 

Die Schrift auf der Packung kann ich meist selbst lesen aber Ahnung hatte ich in Vergangenheit oft mehr… 

Beim Arzt/Apotheker angekommen musste ich feststellen, dass es ihm wird mir ging. 

Wir hatten zusammen Urlaub – wer das wieder geplant hatte…

Egal dann eben erst mal zum benachbarten Spar und nen Smoothie und Cola gekauft. 

Danach ab ins Bett und ne Iboprofen rein gehauen. 

Nach gut 3 Stunden Schlafen schaute ich etwas Olympia um dann wieder ne Runde zu Schlafen. 

Hunger hatte ich absolut keinen. 

Dann zu Hause Bericht erstatten, noch ne Iboprofen rein und Durchschlafen bis morgens um 7:00 Uhr. 

Ja das nennt man wohl Ruhetag. 

3. Tag – von der Memminger Hütte nach Piller 

​Trotz des anstrengenden Tages gestern hatte ich das Gefühl kein Auge zugemacht zu haben. 

Jedenfalls konnte ich genau sagen wer, wann nachts raus musste… 

Ok es gab noch Diskussionen wer alles geschnarcht hatte – ich wohl auch. 

Hmmm konnte mich nicht dran erinnern… 

Ok es war also 5:30 Uhr und außer mir war keiner im Bad. 

So konnte ich mich in Ruhe fertig machen und die Trinkflaschen füllen. 

Im 6:00 Uhr stiefelten wir gemeinsam zum Frühstück und waren auch fast für uns.

Der frühe Vogel eben… 

Es gab – wie auch in Vergangenheit für jeden einen Teller mit 2 Broten.

Jedoch konnte man sich bei Wurst,  Käse, Marmelade und sogar Nutella sonst bedienen. 

Müsli wahlweise mit Joghurt oder Milch gab’s auch noch. 

Zudem Kaffee.

Was will man mehr. 

Frisch gestärkt ging es los. 

Da die Zimmertruppe so nett war, bin ich mit ihnen mit. 

Der Weg führte uns von 2242 Metern auf 2599 Meter zur Seescharte. 

Kaum losgelaufen kreiste auch schon die Begrettung über uns. 

Spannend aber nicht schon dachte ich noch. 

Jedoch konnte ich nicht erkennen ob die jemanden an Bord nahmen.

Gelandet ist der Heli jedenfalls nicht. 

Wir liefen weiter und kamen zum Ort des Geschehens. 

Kein Unfall sondern nur Reparaturarbeiten am Steig. 

Der Heli brachte dicke Bretter, welche zu einer Art Treppe verbaut wurden. 

Eine Stunde später und wir hätten Treppe laufen können.

Egal weiter gings – jetzt steiler umd gerölliger. 

Nach insgesamt einer starken Stunde standen wir oben an der Scharte – und es war wirklich eine Scharte. 

Ca 1 Meter breit und 2 Meter hoch. 

Dahinter ein paar Plätzchen zum Pausieren. 

Hier hab es sogar Netz – also schnell ne WhatsApp nach Hause geschickt. 

Nach einer kurzen Pause und einigen Telefonaten, SMS etc ging es dann quasi abwärts. 

1840 Meter im genau zu sein.

Oh die armen Knie!

Es ging recht flott. Die Truppe machte nach einigen hundert Metern noch ne Pause – ich lief jedoch langsam weiter und kam nach 1,5 Stunden zur Oberlochalm mit neugierigen Kühen. 

Einige Wanderer genehmigten sich hier eine Pause, da ein Schild mit „letzte Einkehr vor Zams“ angebracht war.

Mir war zuviel los und so bin ich weiter. 

Von meiner Truppe sah ich leider nichts mehr. 

Jedoch musste ich mich auch etwas Sputen da ich heute 1,5 Etappen schaffen musste. 

Eine weitere Stunde später stand ich an der Unterlochalm.

„Letzte Einkehr vor Zams“ AHA! So läuft das hier…

Mal schauen wieviele letzte Einkehren noch so kommen – Hütten standen jedoch nicht mehr auf der Karte.

Der Lochbach floss hier vorbei und ich musste ihn überqueren.

Die Wirte hatten sogar eine schöne Holzbrücke gebaut.

Jedoch war der TÜV wohl noch nicht da. 

Ich jedenfalls freute mich über dieses Hilfsmittel und mit meinem 2. Schritt saß ich in der Brücke. 

Eine Bodendiele war nicht richtig befestigt und durch das feuchte Wetter rutschte sie unter mir einfach weg. 

Links Knie leicht am Bluten und rechtes Schienbein blau!

Der Indianer kennt keinen Schmerz –  weiter gings. In 87 Metern wartete schließlich wider mal ein Geocache auf mich. 

Zielstrebig bin ich auf mein Ziel zu. 

Nix!

Ein paar Meter weiter noch ein Baumstumpf. 

Nix! 

Grrrr!

Auf zum nächsten Baumstumpf – hier gab’s nur Baumstümpfe und Weise. 

Nix! 

WTF?

Von etwas weiter erklang Gelächter.

Ein paar Kollegen pausierten im der Nähe. 

„Geocache?“ rief eine. 

„Ja“ erwiderte ich. 

„3 Baumstämme weiter“ 

Ne schon klar – meine GPS-Abweichung lag bei 3 Metern und die Dose war etwas über 30 Meter im off.

Isch kann so net Abbeide! 

Artig bedankte ich mich und lief weiter. 

Nochmal 2 Stunden später stand ich in Zams. 

Die Zivilisation hatte mich wieder. 

Und das Österreichische Handynetz auch. 

Also gleich mal wieder zu Hause angerufen und den aktuellen Status durchgegeben.

Dann durchs halbe Dorf gelatscht und noch nen Spar-Markt Überfallen. 

1,5l Wasser, 2 Bananen, 2 Äpfel und 1 Monster-Drink (Har Har Har).

Banane und Monster – Mittagessen der Champions… 

Nachdem was Wasser in der Trinkblase gelandet war, machte ich mich auf zur Venet-Bergbahn.

Diese katapultierte mich von 775m auf 2208m.

Auch mal schön. 

Oben ging es dann gleich weiter auf den Venetberg mit seinen 2512 Metern. 

Ein kurzes Fotoshooting – auch von ein paar Mitwanderern und weiter gings übers Wannejöchel (2497m), Kreuzjoch (2464m) und schließlich wieder abwärts nach Piller meiner heutigen Unterkunft. 

Der Weg wurde zur Wiese, diese zur Kuhweide und schließlich zur Schlammschlacht. 

Ich kam mir vor als würde ich durch Moor laufen. 

Die Wegmarkierungen waren trotzdem noch vorhanden – ich war also richtig. 

Mitten im Kampf mit dem glitschigen Boden legte es mich wieder mal hin. 

Mit der Landung klingelte plötzlich mein Handy. 

Ich dachte ich muss Ausflippen.

Telefonieren? Ich war mit Aufstehen beschäftigt! 

Wer ruft den jetzt an? 

Österreichische Nummer!

Es war der Wirt meiner heutigen Unterkunft der fragen wollte ob ich heute komme. 

Hallo? Es war gerade mal 16:00 Uhr und laut Plan wäre ich gegen 18:00 Uhr bei ihm. 

Ich sagte ihm so ich stecke und er meinte in 1,5 Stunden sollte ich dann da sein. 

Es hätten ihm wohl heute schon viele abgesagt. 

An der Galflun-Alm angekommen dachte ich schon ich hätte jetzt nen Höhenkoller. 

Stand da plötzlich ein Lama vor mir und grinste mich an. 

Verwirrt wie ich war, bin ich erst mal in die falsche Richtung weiter gelaufen. 

Das Lama hinter mir her.

Ne wir haben uns nett unterhalten, das Lama bedankte sich für die Begleitung und bog auf eine Wiese ab zum Grasen. 

Ich drehte um und suchte nach dem richtigen Weg und fand ihn nicht. 

Zum Glück war der Alm-Wirt nicht weit. 

Ich musste wieder durch eine Weide – ähnlich matschig wie zuvor. 

Zu allem Überfluss fing es auch noch zu Regnen an.

Und da es nach was größerem aussah beschloß ich die Regenjacke auspacken. 

Fertig angezogen wollte ich gerade los, rutschte auf einem mittlerweile sehr rutschigen Stein aus, knallte hin – konnte mich aber noch mit meinen Wanderstöcken Abfangen.

Wie in Zeitlupe sah ich, wie sich mein rechter Stock langsam verbog, bis es knack machte. 

Sch*** und das noch bei dem Regen und dem tollen Untergrund… 

Naja was kann man schon tun. 

Der defekte Wanderstock blieb als Mahnmal zurück und ich torkelte einseitig weiter. 

Irgendwann hatte der Untergrund dann ein Einsehen und schenke mir einen Fahrweg.

Mein GPS zeigte zwar Abkürzung über ne weitere Wiese aber nix da. 

Nach 2 Stunden war ich endlich (ohne weiteren Sturz) an der Pension angenommen. 

Ich bekam mein Zimmer gezeigt, sollte mich in Ruhe frisch machen aber bedenken dass die Küche im 30 Minuten schließt. 

Ja sehr witzig!

Katzenwäsche und ab nach unten. 

Eine Horde lustiger (lauter) Biker, die Jungs vom Fotoshooting aufm Venetberg, eine weitere 3er Wandergruppe und ein französisches Paar waren im der Gaststube.

Es gab eine Flädlesuppe, Schnitzel mit Pommes und Beilagensalat, zum Nachtisch ein Eis.

Zum Abschluss noch ein Espresso.

Es war ein typisches Wirtshausessen – der Hunger trieb es rein. 

Da mein Domizil weder TV noch Radio hatte, bin ich recht früh ins Bett.

Der Wirt erlaubte mir gegen 6:00 Uhr das Frühstück einzunehmen, da ich ja eine recht lange und anstrengende Tour vor mir hatte.

Er selbst wollte erst gegen 7:00 Uhr da sein. 

Also Duschen, Rasieren und an ins Bett. 

2. Tag – von der Kemptner Hütte zur Memminger Hütte 

​Schlecht geschlafen habe ich heute Nacht echt gut. 

Gefühlt hatte ich überhaupt nicht geschlafen. 

Trotzdem war ich recht fit und bin gegen 6:30 Uhr ausm Lager gekrochen.

Rechts und Links von mir wurde noch fleißig gemurmel. 

In der Sanitären Anlage war bereits die Hölle los und Anstehen angesagt. 

Nachdem ich fertig war, wagte ich einen Blick Richtung Frühstück – die Schlange war jedoch so lang, dass ich beschloß nicht auch noch anzustehen.

Stattdessen holte ich mein Zeug ausm Lager, loggte noch den Cache hinterm Haus und machte mich auf den Weg Richtung Mädelejoch auf 1974 Metern.

Außer mir waren bereits schon sehr viele unterwegs und es kam an und an zu volligem Stillstand – ein bisschen wie Montags auf der A3.

Oben angekommen erblickte ich auch sofort das gelbe Grenzschild, welches mich auch das Verlassens Deutschlands hinwies. 

Ich war von nun an in Österreich – genauer in Tirol.

In der Nähe des Schildes wartete noch ein Geocache auch mich. 

Und dabei konnte ich mir alle Zeit der Welt lassen, da sich für ein Foto mit dem Grenzschild bereits eine Schlange gebildet hatte. 

Eine recht spaßige Gruppe hatte sogar eine Drohne dabei und machte munter Videoaufnahmen – und ich bin immer der Meinung unnötiges Zeug mit herum zu schleppen… 

Ich sparte mir zuerst mal die Frage nach dem Video (auf welchem ich auch recht gut zu sehen sein müsste) da wir uns abends auf jeden Fall die selbe Hütte teilen würden. 

Nachdem ich dann auch ein Bild vom Schild (ohne fremde Leute) machen konnte, ging es nur noch bergab. 

Von den 1974m auf 1066m.

Ich kam am sehr schönen Roßgumpenwasserfall vorbei und war schließlich am Café Uta.

Hier hatte ich die Wahl über den Simms-Wasserfall oder über Österreichs längste Seilhängebrücke zu gehen. 

Kurzer Hand entschloss ich mich für beides. 

Zuerst bog ich rechts ab und war nach ca. 400 Metern bergab beim Wasserfall. 

Ok den Roßgumpenwasserfall fand ich schöner. 

3-4 Fotos später gings dann wieder zurück, um nun nach links zur Hängebrücke zu gehen. 

Hier angekommen war schon recht viel los. 

Einige kamen recht blass über die Brücke.

Naja wie auch immer – nix wie rüber. 

Obwohl das Objekt recht stabil aussah, war es eben doch eine Hängebrücke und nach dem ersten Drittel fing es schon recht stark zu Schaukeln an. 

In der Mitte hatte man einen Blick in über 100 Meter Tiefe. 

Der Wahnsinn. 

Man konnte senkrecht durch den Gitterboden schauen. 

Plötzlich tauchte neben mir die bekannte Drohne auf. 

Ich freute mich schon auf ein zweites Video. 

Die Drohne flog in einem Affenzahn an mir vorbei und knallte voll in die Felswand. 

Von der anderen Seite erklang fieses Gelächter. 

Tja somit hatte sich meine Frage nach dem Video auch erledigt. 

Ohne sich Abzuseilen kam man an die Drohne definitiv nicht ran. 

Nach dem Schreck schwankte ich weiter munter über die Brücke. 

Danach ging es weiter runter ins Tal, bis ich Holzgau erreichte. 

An hier bot sich die Möglichkeit per Bus/Taxi zur Materialseilbahn der Memminger Hütte zu fahren. 

Die übervolle Haltestelle konnte ich von weitem sehen. 

Ich jedoch entschied mich zu Laufen…

…13km und laut Wanderführer starke 4 Stunden müsste doch zu schaffen sein! 

Und der Weg zog sich und zog sich. 

Es gab kam was gescheites zu sehen.

Nach der Hälfte des Weges beschloß ich über die Alternative den Herminen Höhenweg zu gehen. 

Zuerst durfe ich über den Alperschonbach, welcher sich tief unter mir in einer sehr tollen Klamm dahin schlängelte.

Eine Stunde später kam ich wieder auf den normalen Weg. 

Starke 3km weiter kam endlich die Materialseilbahn der Memminger Hütte in Sicht. 

Außer mir waren noch 4 weitere Wanderer zugegen. 

Es bestand die Möglichkeiten den Rucksack mit der Materialseilbahn nach oben transportieren zu lassen. 

Ich wollte gerade den Transport ankündigen, als und auffiel, dass nur bis 16:00 Uhr ein Transport möglich wäre. 

Sch*** den Rucksack nun noch 800 Meter hochschleppen ging nicht mehr. 

So rief ich trotzdem an. 

Das vorhandene Telefon war wirklich Old-School. 

Es gab ne Kurbel, welche man 3 mal Drehen sollte und dann mit der Hütte verbunden war. 

Nach kurzem Gespräch mit dem Hüttenwirt fasste er sich ein Herz und ließ die Seilbahn nochmal runter kommen. 

Nach 15 Minuten war sie da, wir packten unsere Rucksäcke rein und spannten eine Plane drüber. 

Ein erneuer Anruf auf der Hütte und der Wirt wusste Bescheid, dass alles bereit für den Transport war. 

Nun hieß es aber nix wie hoch. 

800 Meter und laut Wanderführer 2 Stunden. 

Anfangs lief es noch recht gut – doch die vergangenen 9,5 Stunden hatten mit doch ziemlich zugesetzt. 

Schritt für Schritt dem Ziel entgegen hatte ich zwar meine Stöcke mitgenommen – doch mein Wasser war im Rucksack. 

Irgendwann zur Halbzeit kam ein schöner (klarer) Wasserfall.

Und das Wasser schmeckte recht gut. 

Nach dem zehnten Schluck bemerkte ich ein recht auffälliges Schild:

„KEIN TRINKWASSER“ 

Ups – ähhh – ja. 

Ich unterbrach ganz spontan und schleppte mich weiter den Berg rauf. 

Ja mir Wandern hatte es mittlerweile wirklich nichts mehr zu tun. Und wenn ich noch daran denke meinen Rucksack Schleppen zu müssen – no way!

Aus den angepeilten 2 Stunden wurden 2,5 (obwohl es mir viel länger vorkam).

Schließlich kam ich um die Kurve und erblickte die Hütte.

Das Ziel war in Sicht. 

Doch ein jetzt aber schnell hin war nicht. Murmeltiere hielten mich davon ab. 

Die kleinen Racker sind aber auch immer zu süß. 

Das Gute an den Kleinen war, dass ich schließlich nicht komplett keuchend und röchelnd auf der Hütte ankam sondern schon mal etwas verschnaufen konnte.

Als ich mich anmeldete, bemerkte ich, dass ich mein spätes Kommen nicht angemeldet hatte und mein Schlafplatz nun weg ist.

Ich sollte um 20:00 Uhr wieder kommen. Da hätten sie einen Schlafplatz für mich.

So wollte ich nun endlich mal was Essen. 

Tja zu Essen gab’s auch nichts mehr – bis auf das Bergsteigeressen.

Das ist ein Essen, welches die Huttenpächter auf jeden Fall anbieten müssen. Der Preis muss auf allen Hütten der Selbe sein.

Ebenso gibt es ein Bergsteigergetränk, welches zu einem bestimmten Preis angeboten werden muss. Hierbei handelt es sich um Wasser mit einem Schuss Sirup.

Bei Beiden verdient der Hüttenwirt nichts oder kaum was. 

Und bei der „Freundlichkeit“ die hier herrschte war mir das auch recht egal. 

Mein Bergsteigeressen war ein Auflauf Marke „Allerleiwasnochdawarundwegmuss“.

Ich fand Kartoffeln, Wurst, Gemüse und irgendwas fluffiges das Ganze überbacken mit nem recht strengen Käse. 

Eine Mischung aus „der Hunger treibt’s rein“ und „ich übergeb mich gleich“ stelle sich ein. 

Letzteres jedoch nur wegen dem Käse – diese ganz strengen sind nix für mich.

Nachdem ich trotzdem alles artig aufgegessen hatte – ich hatte ja auch nen Bärenhunger – bin ich wieder zur Theke um nun meinen Schlafplatz zugeteilt zu bekommen. 

Da ich vor Monaten schon reserviert hatte, gab es ein Einsehen und ich bekam ein Zustell-Not-Bett im nem 4er Zimmer bei einer lustigen Truppe.

Wir luden alle die Handy Powerbanks etc an meinem extra bestellen Mehrfach USB Ladegerät. 

Vom letzten Mal wusste ich ja noch, dass es neben Wasserknappheit definitiv Steckdosen-Mangel gibt. 

Die Vier baten mich morgen gegen 5:30 Uhr Aufstehen zu dürfen – mit sämtlichen Nebengeräusche. 

Kein Problem, wollte ich doch möglichst auch flott los, da mich ja 2 Etappen auf einmal erwarteten…

Gegen 21:00 waren wir bereits im Schlafmodus.

1. Tag – von Oberstdorf zur Kemptner Hütte 

Heute war es endlich soweit.

Alpenüberquerung 2.0

Naja oder so ähnlich.

Im Vergleich zu München – Venedig ist die Strecke dieses mal erheblich kürzer und wird somit auch gerne von Bergschulen etc. nach dem Motto „Der E5 in nur 6 Tagen zu Fuß über die Alpen“ angeboten.
(E5 ist übrigens die Bezeichnung des Wanderweges – Europäischer Fernwanderweg.)
Jo mach ich auch – allerdings dauert es bei mir wieder mal etwas länger.
Die Strecke Oberstdorf – Meran – Bozen.
Ich will versuchen möglichst auf Bus, Bahn etc. während der Strecke zu Verzichten.
Außerdem möchte ich über den Kaunergrat laufen und damit auf eine 30km Busfahrt im Pitztal verzichten.
Schließlich geht’s dann wieder zurück auf den E5 um ihn am selben Tag auch wieder zu Verlassen und Richtung Meran zu Laufen.
Nach Meran geht’s wieder zurück auf den E5, welcher mich zu meinem endgültigen Ziel – Bozen – bringt.
Soweit die Planung.

Um 7:30 fuhr mein Zug und Angela brachte mich artig zum Hanauer Bahnhof.
Die Reise führte mich über Ulm und Kempten (im Allgäu) nach Oberstdorf.
Ankunft gegen 12:30 und das sogar pünktlich.
Im letzten Zug stiegen sehr viele mit z.t großen Rucksäcken ein.
Mir schwante schon schlimmes.

Ich lief durch Oberstdorf, an den Sprungschanzen vorbei zum Ladeplatz der Gleitschirmflieger.
Einen konnte ich sogar bei der Landung beobachten.
Sie – es war ein Tandemflug – landeten sogar auf den Füßen.
Weiter gings, zum Teil durch Wald aber auch öfters durch offenes Gelände, wo es recht heiß war.
Unterwegs erwischte mich noch ne Bremse und mein Handgelenk schwoll sofort an.
Zum Glück hatte ich eine Salbe dabei.  Nach ca. 3 Stunden sah man nur noch die Einstichstellen.
Es ging immer am Flussufer entlang.
Auf dem Weg kamen reichlich Einkehrmöglichkeiten, wovon ich aber keine nutze. Schließlich hatte ich meinen neuen Trinkrucksack bzw. Trinkblase dabei.
Eine tolle Erfindung.  So muss ich meinen Rucksack nicht immer Absetzen und die Flasche rauskramen.
Es war übrigens das Tretachtal, durch welches ich lief.
Sehr hübsch – der Weg war gesäht von alten Ahornbäumen.
Ich kann zum türkisblauen Christlessee auf 920m Höhe.
Das bedeutet, dass ich in einer starken Stunde tatsächlich 106 Höhenmeter gemacht hatte.
Drum war ich auch noch so fit…
Weiter gings auf einem Teerweg in die Spielmannsau, welcher aber rasch wieder zu einem Wanderweg wurde.
Von hier hatte ich einen tollen Blick in das Trettachtal mit den Gipfel des Trettach und seinen 2595m Höhe.
Die Straße wurde schmaler und endete wohl an der Materialseilbahn der Kemptner Hütte – meinem heutigen Tagesziel.
Leider habe ich die Seilbahn übersehen – man kann wohl seinen Rucksack für 4 Euro auf die Hütte transportieren lassen.
Im Nachhinein wäre das ein super Ding gewesen.
Irgendwie habe ich zu viele Müsliriegel dabei und der Rucksack ist zu schwer.
Nach einer kleinen Brücke auf 1310 Metern ging es im ZickZack durch ein Waldstück nach oben.
Ich keuchte, schwitze und fluchte – warum tu ich mir das nur an?
Eine willkommene Ablenkung waren die vielen Whatsapp-Nachrichten meiner Kolleg(inn)en, die mir zum 25. Dienstjubiläum gratulierten.
So hatte ich immer einen Grund stehen zu bleiben hihihi…
Nach den vielen Kehren kam ich in das Bachbett des Sperrbachtobels – der wildesten Lawinenschlucht des Allgäus.
Rechts von mir war der Blick in die Schlucht und links die Felswände, an welchen in unregelmäßigen Abständen das Wasser herunter lief.
Zum Teil war der Weg überspült – es war zum Glück nicht allzu rutschig.
Meine Stöcke leisteten tolle Arbeit.

Recht fertig kam ich an der Kemptner Hütte an.
Mein Bett ist im Matratzenlager – 6 in einer Reihe (ich in der Mitte).
Naja ich werde mir schon Platz Freischnarchen.
Obwohl ich meinen linken Nachbarn schon erlaubt habe mich zu schubsen falls meine Baumstämme zu dick sein sollten.
Zu Essen gab’s Leberkäse mit Kartoffelsalat.
Geschmeckt hat es super – wenn der Kartoffelsalat vermutlich aber aus dem Einer war.
Die Anstrengung und der Hunger treiben es eben rein.
Nach dem Essen bin ich noch zum 4.Masten der Materialseilbahn gelaufen – dort sollte Handyempfang sein.
Naja war doch nicht – auch die Kollegen hatten kein Netz.
Ich hatte noch versucht Rauchzeichen zu geben – klappte auch nicht. Gab nur nen Waldbrand.
Nein Spaß – wollte nur mal Testen ob hier auch aufmerksam gelesen wird…
Schließlich tippe ich den ganzen Stuss hier aufm Handy.
So jetzt ist mein rechter Bettnachbar auch angekommen.

Gute Nacht und Augen zu.

Ach ja heute waren es übrigens +1065hm und -63hm (die Letzteren habe ich übrigens sehr genossen…)